Finde dein Studienfach

Informationsveranstaltung der HTWK LeipzigDu fühlst dich erschlagen von den vielen verschiedenen Studienfächern und Möglichkeiten? Oder hast du schon einige Fächer im Blick? Dir fällt es schwer, dich zu entscheiden? Du suchst Unterstützung und jemanden, mit dem du dich darüber austauschen kannst? Wir kennen deine Situation und unterstützen dich gern! Wenn es in deiner Nähe eine ArbeiterKind.de-Gruppe gibt, geh' einfach zum nächsten Treffen oder schreib' eine E-Mail. Hier haben wir schon mal einige Tipps für dich zusammengestellt.

Übersicht

Drei Fragen: Studienfach wählen
Trotz Abi-Stress an die Zukunft denken
ArbeiterKind.de-Tipp

Es ist keine einfache Entscheidung, sich auf ein Studienfach festzulegen und du solltest sie nicht nebenbei treffen. Nutze ausgiebig die Angebote zur Studien- und Berufsorientierung deiner Schule und der Hochschulen in deiner Nähe. Trag' in deinen Kalender auch schon mal die Bewerbungsfrist für so genannnte zulassungsbeschränkte Studienfächer ein.

Bewerbungsfrist an den Hochschulen:
15. Juli für das Wintersemester
15. Januar für das Sommersemester
(Die Frist kann an privaten Hochschulen oder für BewerberInnen, die ihr Abitur schon länger haben, teilweise früher liegen.)


Drei Fragen: Studienfach wählen

ArbeiterKind.de-Mentor OrhanUnser Mentor Orhan studiert Humanmedizin in Münster. Er ist Stipendiat des Avicenna-Studienwerks und unterstützt Schülerinnen und Schüler, wenn sie sich unsicher mit ihrer Studien- oder Berufswahl fühlen. Wie ist er selbst zu seinem Studienfach gekommen und was sind seine Tipps für dich?

Wolltest du eigentlich schon immer Arzt werden oder hast du dich auch für andere Berufe interessierst?
Ich habe mich bereits mit 14 Jahren für die Medizin interessiert. Der Grund dafür waren Krankheitsfälle in meiner Familie, die ich besser verstehen wollte. In der 10. Klasse gab es dann ein ausschlaggebendes Ereignis in meiner Schule. Ein Arzt hielt einen Vortrag bei uns. Er war als Katastrophenmediziner in Haiti unterwegs, wo ein schweres Erdbeben 2010 große Not bereitet hatte. Er hat mich mit seiner Geschichte inspiriert, denn trotz aller Schwierigkeiten dort – medizinisch wie auch bürokratisch – liebt er seine Arbeit. Er hat die Menschen durch seine Hilfe wieder ein Stückchen glücklich gemacht.
Danach habe ich mich in der Schule mehr angestrengt, denn das wollte ich auch erreichen. Mir war bewusst, dass ich dafür ein gutes Abi brauchen würde. Ich studiere heute nicht Medizin, weil mein Abi einfach so gut war, sondern ich war im Abi so gut, weil ich unbedingt Arzt werden wollte.
Wenn das mit der Medizin nicht geklappt hätte, dann würde ich sicher naturwissenschaftliche Fächer unterrichten oder etwas mit Technik und Naturwissenschaft machen. Für mich war ein Kriterium bei der Berufswahl ausschlaggebend: Ich möchte mich mit meiner Arbeit für andere einsetzen.
Wie ging es nach der Schule für dich weiter?
Nach der Schule habe ich mich für Medizin an der Universität Münster beworben, aber im ersten Anlauf hat es leider nicht geklappt. Das war ein sehr unschönes Gefühl. Ich war enttäuscht und habe an mir gezweifelt, aber ich habe mir auch einen Plan gemacht. Im Sommersemester wollte ich mich wieder bewerben. Aus meinem Umfeld kamen allerdings plötzlich viele Fragen in Richtung: Bist du dir wirklich sicher, ob du Medizin studieren willst? Ich war ja bereits enttäuscht, dass ich meinen Studienplatz nicht sofort bekommen hatte, aber die ganzen Nachfragen machten mich zusätzlich unsicher.
Ich habe aus dieser Situation gelernt: Lass dich nicht verunsichern und ziehe deinen Plan durch, wenn er gut überlegt ist! Wenn andere deine Entscheidung auch nicht teilen, zweifel nicht an dir.
Schließlich habe ich im Sommersemester angefangen Medizin zu studieren und bin sehr glücklich darüber. In der Zeit zwischen Schule und Studium habe ich dann ein Praktikum gemacht. Das kann ich jedem nur empfehlen, also sich ein Bild vor Ort über sein künftiges Berufsfeld zu machen. Gerade in Bezug auf die Medizin haben viele ein falsches Bild. Finanzielle Sicherheit und ein hohes Ansehen in der Gesellschaft dürfen nicht ausschlaggebend sein, um Medizin zu studieren. Das ist ein falscher Weg. Das Wesentliche ist immer die Freude am Beruf und nicht die akademische Welt. In der Medizin bist du einer sehr starken Arbeitsbelastung ausgesetzt und der Umgang mit Menschen ist nicht immer einfach. Es sollte dir trotzdem Spaß machen.
Hast du einen Tipp in Sachen Studienwahl?
Lass dir nichts von anderen einreden! Lass dich nicht unter Druck setzen! Gebe nichts auf Gerüchte! Du musst selbst recherchieren und auf deine eignen Kriterien achten. Ich unterstütze Schülerinnen und Schüler, die sich mit dem Thema Berufswahl auseinandersetzen. Wenn wir dann gemeinsam recherchieren, sind einige ganz überrascht von ihren Möglichkeiten.
Ich fand es für mich wichtig, nichts im Vorhinein auszuschließen. Außerdem gab es für mich bestimmte Kriterien für die Arbeit, zum Beispiel der Umgang mit Menschen oder die Familienfreundlichkeit.
Mach dir doch eine Liste mit den Berufen, die in Frage kommen können. Es gibt viele Internetseiten auf denen du dann recherchieren kannst. Du kannst die Anforderungen mit deinen eigenen Kriterien abgleichen: Ist dir die Arbeitszeit wichtig? Möchtest du deinen Beruf auch im Ausland ausüben können? Willst du Karriere machen?
Es gibt viele Faktoren, über die du dir Gedanken machen solltest. Eine Entscheidung kannst du nur mithilfe des Abwägens von Argumenten treffen.

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Trotz Abi-Stress an die Zukunft denken

Was möchte ich studieren?

Informationsveranstaltung in der Hochschule Ludwigshafen am RheinLass dich nicht nervös machen, wenn deine MitschülerInnen ihr Wunschstudienfach bereits kennen, du aber noch nicht. Im Berufsinformationszentrum (BiZ) oder auf der Homepage der Hochschulen kannst du dich über die angebotenen Studienfächer informieren.

Es gibt zulassungsfreie und zulassungsbeschränkte Studiengänge. Für zulassungsfreie Studiengänge kannst du dich direkt an der Hochschule immatrikulieren ohne an einem Bewerbungsverfahren teilnehmen zu müssen. Dafür musst du lediglich den Zeitraum der Immatrikulation beachten. "Immatrikulieren" heißt, dass du dich für ein Studienfach an der Uni einschreibst.

Studiengänge sind dagegen zulassungsbeschränkt, wenn es mehr BewerberInnen als Studienplätze gibt. Dann verhängt eine einzelne Hochschule einen so genannten lokalen oder örtlichen Numerus clausus (NC), das heißt es kommt auf deine Abitnote an. Es ist aber auch möglich, dass ganze Fächer mit einem bundesweiten NC belegt sind, weil mehrere Hochschulen für dieses eine Fach mehr BewerberInnen als Studienplätze haben. Der NC gibt die Abiturnote der letzten Bewerbung an, die im vorherigen Auswahlverfahren zugelassen wurde. Der NC verändert sich also mit jedem neuen Semester, ist jedoch ein guter Richtwert für deine aktuellen Erfolgschancen auf einen Studienplatz. Neben der Abiturnote werden aber auch eventuelle Wartezeiten zwischen Abitur und Studienbeginn berücksichtigt sowie weitere Kriterien, die jede Hochschule selbst festlegen kann. Du solltest daher überlegen, dich an mehreren Hochschulen zu bewerben und einen Plan in der Tasche haben, wenn es nicht klappen sollte. Für das Bewerbungsverfahren auch für örtliche Zulassungsbeschränkungen kannst du dich auf www.hochschulstart.de erkundigen.

Wenn du gern:

  • Medizin,
  • Pharmazie,
  • Tiermedizin oder
  • Zahnmedizin

studieren möchtest, dann musst du dich bei der Stiftung für Hochschulzulassung bewerben. Auf der Seite www.hochschulstart.de findest du die nötigen Unterlagen. Du kannst dort auch gleich mit der Antragstellung Online (AntON) loslegen.

Außerdem gibt es Hochschulinformationstage (HIT). An diesen Tagen kannst du die Hochschule besser kennenlernen, triffst Studierende und erfährst mehr über die Angebote. Du kannst einen HIT in deiner Heimat besuchen, selbst wenn du ganz woanders studieren möchtest. Die Hochschulen geben HIT auf ihrer Homepage sowie auch auf ihren Facebook-Seite bekannt.

Wo möchte ich studieren?

Nach dem was studieren, kommt nun das wo studieren. Ein wichtige Frage, denn nicht jede Uni bietet jeden Studiengang an! Zudem unterscheiden sich auch die Studienkosten je nach Hochschulstandort.

  • So sind beispielsweise in den ostdeutschen Bundesländern die Mietkosten meist geringer als in München oder Frankfurt.
  • In Kleinstädten, z. B. Zwickau oder Gießen, ist es übersichtlicher und familiärer als in Großstädten.
  • Großstädte wie Hamburg, Berlin oder Köln bieten dafür ein spannendes Freizeitangebot.
  • Du kannst deinen Bachelor oder später den Master auch komplett im Ausland, zum Beispiel England, machen. In dem Fall solltest du die Bewerbungsfristen von möglichen Stipendien beachten.

Zudem bietet dir Deutschland eine umfassendes Hochschulangebot. Die grundlegende Unterscheidung ist zunächst jene zwischen staatlichen und privaten Hochschulen. Meistens werden für Studiengänge an privaten Hochschulen Studiengebühren fällig; an staatlichen Hochschulen entscheidet das jeweilige Bundesland über mögliche Gebühren. Neben der Trägerschaft gibt es Unterschiede auch bei der jeweiligen Hochschulform und deren Bedeutung für das Studium:

Universitäten

Staatliche oder private Universitäten bieten meist ein großes Fächerspektrum und sind eher auf wissenschaftliche Forschung ausgerichtet. Nur an einer Universität kann man zudem promovieren, das heißt, eine Doktorarbeit schreiben und einen Doktortitel erlangen

Fachhochschulen

An den Fachhochschulen (FH) in Deutschland kannst du vor allem Ingenieurswissenschaften, Naturwissenschaften und Sozialwissenschaften studieren. Das Fachhochschulstudium ist in der Regel eher praxisorientiert und anwendungsbezogener. Einige Fachhochschulen bieten ein duales Studium an – also ein wissenschaftliches Fachstudium mit gleichzeitiger Ausbildung in einem Unternehmen.

Sport-, Kunst- und Musikhochschulen

Kunst-, Sport- und Musikhochschulen bieten Studiengänge nur in den in ihrem Titel genannten Fachrichtungen an. Ein Studium an diesen Hochschulen ist meist erst nach bestandenen Eignungstests möglich. In der Kunstrichtung legst du deine Mappe mit Arbeitsproben vor, die die Studienplatzvergabe beeinflusst.

Theologische Hochschulen

Daneben gibt es auch Theologische Hochschulen sowie einige wenige Pädagogische Hochschulen.

Berufsakademien

Ein duales Studium mit praktischer Anbindung an Unternehmen ab dem ersten Semester kannst du außer an Fachhochschulen auch an Berufsakademien (BA) absolvieren. Ein Abschluss an einer Berufsakademie ist einem Abschluss einer Fachhochschule oder einer Universität allerdings nicht gleichgesetzt; nach dem Studium an einer BA hast du offiziell keinen akademischen Grad erlangt, auch wenn einige Abschlüsse als „Bachelor“ vergeben werden. Dies sind sogenannte „staatliche Abschlussbezeichnungen“.

Verwaltungs- und Wirtschaftsakademien

Ähnliches gilt für Verwaltungs- und Wirtschaftsakademien (VWA), die nicht richtig unter die Rubrik Hochschule fallen. An diesen Akademien kannst du dich berufsbegleitend weiterbilden; die Abschlüsse sind aber akademischen Graden, also Bachelor-, Master- und Diplomabschlüssen von Universitäten, Fachhochschule und den vorgenannten Spezialhochschulen nicht gleichgestellt.

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Wenn du dir ganz unverbindlich einen ersten Eindruck von verschiedenen Studienorten sowie Studiengängen machen möchtest, nutze unsere Community. Wir haben in ganz vielen Städten eine ArbeiterKind.de-Gruppe, die du per E-Mail erreichen kannst. Frag' unsere Ehrenamtlichen gern nach ihren Erfahrungen oder lass' dich von ihnen mit in ihre Hochschule nehmen.
In unserem Online-Netzwerk kannst du auch ganz individuell schauen, ob jemand dein Wunschfach studiert und Kontakt aufnehmen. Zum ArbeiterKind.de-Netzwerk ...