Studienkredit statt Abbruch

Wenn es im Studium finanziell knapp wird, kannst du dir das Geld, das du für den Lebensunterhalt brauchst, auch über einen Kredit leihen. Bevor du das tust, solltest du allerdings erst einmal planen. Denn mit einem Kredit verpflichtest du dich, später jeden Monat Geld zu zahlen, bis der Kredit getilgt ist. Du solltest dich weder übermütig in einen Kredit hineinstürzen noch vor lauter Zukunftsangst diese Finanzierungsmöglichkeit komplett ausschließen. Wenn du "nüchtern" planst, kannst du dir die finanziellen Möglichkeiten für dein Studium schaffen. Mit dem Geld eröffnest du dir vielleicht ein Auslandssemester oder überbrückst das letzte Semester, damit du im Prüfungsstress nicht nebenbei jobben musst.

Ein Grundsatz, der bei allen Krediten, nicht nur bei Studienkrediten, gilt: Lass dich vorher immer von jemand anderem als den Kreditgebern beraten und vergleiche verschiedene Angebote.

Wenn du über einen Studienkredit nachdenkst, dann …

  • lass dich beraten.
    Ein guter erster Anlaufpunkt ist die Beratung von deinem AStA (Allgemeiner Studierendenausschuss), denn der verfügt in der Regel über ein sehr gutes Beratungsnetzwerk. Du kannst dich ebenfalls an die Studienberatung sowie die Beratungsstelle deines Studentenwerks wenden. Natürlich stehen dir auch die Ehrenamtlichen von ArbeiterKind.de als AnsprechpartnerInnen zur Verfügung. Sie kennen vielleicht eine Möglichkeit der Notfallfinanzierung vor Ort. Zu den ArbeiterKind.de-Gruppen …
     
  • prüfe den Bildungskredit vom Bundesverwaltungsamt sowie den KfW-Studienkredit als eine der ersten Optionen.
    Die beiden staatlichen Anbieter sind laut dem aktuellen Che-Studienkredit-Test 2015 stark nachgefragt.
     
  • schaue dich nach zinslosen Darlehen um.
    Die E. W. Kuhlmann-Stiftung vergibt beispielsweise ein zinsloses Darlehen für fünf Jahre von max. 2000 Euro an Studierende in ihrer Abschlussphase. Denn der Studienabschluss soll letztlich nicht durch einen finanziellen Engpass scheitern. Mehr zum Mikrokredit der E. W. Kuhlmann-Stiftung auf www.studien-abschluss-hilfe.de.

Kurzüberblick zum Thema Studienkredit

Welche Studienkredite gibt es? Worauf solltest du achten? In ein paar kurzen Sätzen wollen wir dir einen ersten Überblick zum Thema Studienkredit geben. Für weitere Informationen lohnen sich Internetportale wie z. B.:

  • www.che.de
    Das Centrum für Hochschulentwicklung vergleicht jährlich im CHE-Studienkredit-Test Bildungsfonds, Studienkredite und Studiendarlehen.

Studienkredit/-darlehen

Es gibt private sowie staatliche Studienkredite bzw. -darlehen. Du solltest bei allen Angeboten die Konditionen prüfen und vor allem vergleichen.

  • Staatlicher Bildungskredit der KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau)
    Unabhängig vom Einkommen deiner Eltern und vom BAföG vergibt die staatliche KfW-Förderbank einen Bildungskredit. Dieser wird jedoch erst nach zwei Jahren Studium oder der Zwischenprüfung gewährt. Mit dem Bildungskredit sollen Studierende außergewöhnliche Kosten, wie zum Beispiel ein Auslandssemester oder die Studienabschlussphase, finanzieren können. Es können maximal 300 Euro monatlich für längstens zwei Jahre, also höchstens 7200 Euro beantragt werden. Im Gegensatz zum BAföG muss der Bildungskredit allerdings nach dem Studium vollständig und zuzüglich Zinsen zurückgezahlt werden.

Bildungskredit-Flyer der KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau)

  • Staatlicher Studienkredit der KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau)
    Der Studienkredit der KfW fällt mit bis zu 650 Euro monatlich höher aus. Er ist auch flexibler, da du den Auszahlungsbetrag pro Semester neu festlegen kannst. Gefördert wird ein Erst- oder Zweitstudium sowie postgraduale Studiengänge und Promotion. Du solltest auf jeden Fall den Zinssatz vorm Vertragsabschluss prüfen und dich gut und von einer unabhängigen Person beraten lassen.

Eine ausführliche Einschätzung zum Studienkredit der KfW findest bei studis online.

  • Private Studienkredite
    Immer mehr Kreditinstitute bieten spezielle Darlehen für Studierende an, diese unterscheiden sich in der Höhe der Zinsen, Tilgung und weiteren Konditionen. Du musst also genau hinschauen, ob es Klauseln in den Verträgen gibt, die später zu deinen Ungunsten wirken können. Nutze auch hier das Beratungsangebot deines Studentenwerks.

Bildungsfonds

Eine weitere Art von Studienkrediten bieten Bildungsfonds. Dabei zahlen Investoren eine bestimmte Summe in einen gemeinsamen „Topf“ bzw. Fond ein, von denen Studienkredite finanziert werden. Das Geld kann aber auch von einer Stiftung stammen. Die finanzierten Studierenden zahlen nach Ende ihres Studiums das Geld mit Zinsen oder über einen bestimmten Zeitraum einen festgesetzten Prozentsatz ihres Gehalts zurück. Das Geld geht dann anteilig an die Investoren, die dadurch hoffen, das Geld zurückzubekommen und einen Gewinn zu erzielen, um es wieder an neue Studierende vergeben zu können. Wenn die zurückzuzahlende Summe vom späteren Gehalt abhängt, müssen die BewerberInnen meist Tests durchlaufen und werden so nach der Wahrscheinlichkeit ihrer Erfolgsaussichten ausgewählt.

Einige Universitäten haben auch eigene Bildungsfonds eingerichtet, wie zum Beispiel die Technische Universität München. Auf der Suche nach Alternativen zu Bankkrediten lohnt es sich, einen Blick auf Studienfonds zu werfen. Weitere Informationen über Bildungsfonds findest du auf der Internetseite studis-online.

Anbieter von Bildungsfonds sind u. a.: