Immer prüfen: BAföG

Ein Studium ist eine Investition in deine Zukunft! Es ist aber gar nicht so leicht zu investieren, wenn das Geld knapp ist. Auch wenn an staatlichen Hochschulen kaum Studiengebüren anfallen, so benötigst du neben Essen und Kleidung auch die Unterkunft, Bücher sowie die technische Grundausstattung, zum Beispiel einen Laptop.

Eine Finanzierungsmöglichkeit, die du dafür immer prüfen solltest, ist das Fördergeld nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG). Mit dem BAföG soll gewährleistet werden, dass du studieren kannst, auch wenn deine Eltern nicht genügend Einkommen haben, um dich dabei finanziell zu unterstützen. Wir möchten dich ermutigen, diese staatliche Förderung anzunehmen. Viele unserer ehrenamtlichen MentorInnen erhalten bereits BAföG und kennen sich dadurch mit den Anforderungen und dem Antragsablauf aus. Du kannst eine ArbeiterKind.de-Gruppe in deiner Nähe ganz einfach per E-Mail anschreiben, um dir Rat zu holen:
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BAföG-EmpfängerInnen können abhängig vom Einkommen der Eltern bis zu 735 Euro monatlich erhalten. Da das BAföG zur Hälfte aus einem Zuschuss und zur anderen Hälfte aus einem zinslosen Darlehen besteht, muss nach dem Studium die eine Hälfte zurückgezahlt werden. Die andere Hälfte wird dir geschenkt! Die Schuldenhöhe ist dabei auf 10.000 Euro begrenzt und die Rückzahlung beginnt erst fünf Jahre nach der letzten ausgezahlten BAföG-Summe und auch nur dann, wenn du ein bestimmtes Einkommen hast.

ArbeiterKind.de-Tipp
Viele glauben, ab 30 oder 35 Jahren würden sie kein BAföG mehr bekommen, weil sie zu alt sind. Von der Altersgrenze gibt es aber Ausnahmen für die meisten, die sich darüber Sorgen machen! Wer seine Hochschulreife nicht direkt über das Gymnasium gemacht hat, fällt oft in die Gruppe "2. Bildungsweg", bei denen Altersgrenzen im BAföG komplett aufgehoben sind. Beim BAföG-Amt sollte man den Schulweg genau beschreiben und einfach einen Antrag auf BAföG stellen. Auf Antrag gibt das BAföG-Amt auch vor Studienbeginn über diese Frage verbindliche Auskunft ("BAföG-Vorentscheid").

Häufige Fragen zum BAföG

Es gibt einige allgemeine Fragen, die sich gerade beim ersten Antrag auf BAföG stellen. Die wollen wir dir nachfolgend beantworten. Du kannst auch jederzeit Kontakt zu unseren Ehrenamtlichen in deiner Nähe aufnehmen, wenn du Unterstützung beim Antrag benötigst. Schreibe eine E-Mail an deine ArbeiterKind.de-Gruppe oder rufe unser Team vom Infotelefon unter der Berliner Nummer 030 679 672 750 an. Sie helfen dir dabei, dich mit unseren lokalen Gruppen zu vernetzen.

Für spezielle Fragen rund um die Förderung stellt das Ministerium für Bildung und Forschung (BMBF) eine kostenlose BAföG-Hotline unter 0800-223 63 41 zur Verfügung. Außerdem kannst du dich auch an unsere Online-Community in unserem sozialen Netzwerk wenden. Wir haben dort eine eigene Seite rund ums BAföG eingerichtet. Zum sozialen ArbeiterKind.de-Netzwerk …

Lohnt sich der Aufwand?

Viele Studierende nutzen die Chance auf BAföG leider nicht, weil sie den bürokratischen Aufwand scheuen oder fälschlicherweise annehmen, dass sie sowieso kein BAföG erhalten. Allerdings erfährst du erst durch einen Antrag, ob und in welcher Höhe du Fördergeld bekommst. Oft werden gerade kleinere BAföG-Beträge nicht ausgezahlt, weil Studierende annehmen, sie hätten keinen Anspruch darauf.

Der Aufwand lohnt sich auf jeden Fall!

Du brauchst beim ersten Antrag etwas Zeit und Geduld, aber im nächsten Jahr geht dann alles viel schneller. Zudem ist es einfacher, wenn du mit jemandem zusammen den Antrag ausfüllst, z. B. mit unseren Ehrenamtlichen, die selbst studieren oder studiert haben und sich mit BAföG auskennen. Du brauchst keine Sorge zu haben, solltest du etwas vergessen, melden sich die zuständigen MitarbeiterInnen deines BAföG-Amts bei dir.

Wir können dir auch empfehlen, dich von den BAföG-ExpertInnen des lokalen Studentenwerks unterstützen zu lassen. Weitere Hinweise findest du auf: www.bafoeg-aktuell.de.

Es gibt natürlich eine Reihe von Formularen auszufüllen, lass dich davon nicht aufhalten. Den Antrag bekommst du im Foyer beim BAföG-Amt oder du holst ihn dir unter www.bafoeg.bmbf.de.

Diese Assistenten helfen dir dabei, die richtigen Formulare auszuwählen:

Wann und wo sollte ich den BAföG-Antrag stellen?

Du stellst deinen Antrag beim Amt für Ausbildungsförderung in deinem Studentenwerk sobald du deine Studienplatz-Zusage hast. (Ausnahme Rheinland-Pfalz: Hier sind MitarbeiterInnen an den Hochschulen direkt zuständig.) Die Bearbeitungszeit in deinem BAföG-Amt kann mehrere Wochen betragen, daher solltest du dich frühzeitig kümmern. In einigen Städten kann die Antragsstellung zudem online erfolgen.

Du erhältst BAföG nicht rückwirkend ab dem Monat in dem du dein Studium begonnen hast, sondern ab dem Monat in dem du das erste Mal einen Antrag eingereicht hast! Wenn dein Studium im Oktober beginnt, aber den BAföG-Antrag erst im November stellst, verschenkst du das Geld für Oktober.

Sollte die Zeit für die Antragsstellung bereits knapp sein, kannst du einen formlosen Antrag stellen. Das ist ein kurzes Schreiben in dem du unter Angabe deines Geburtsdatum und deines Studienfachs mitteilst, dass du BAföG beantragst. Dafür gibt es bei bafög-aktuell eine Mustervorlage. Es besteht zudem auch die Möglichkeit einen Vorschuss zu beantragen.

Mehr Informationen rund um die finanzielle Förderung durch BAföG findest du:

Mit welcher BAföG-Höhe kann ich rechnen?

Die Höhe der BAföG-Förderung hängt vom Einkommen deiner Eltern bzw. deines Ehepartners sowie deines Einkommens und Vermögens ab. Jedes Vermögen, was du zum Zeitpunkt der Antragstellung besitzt, muss angegeben werden. Wer hier schummelt, muss nachher oft sein ganzes BAföG zurückzahlen. Das Kindergeld, das du monatlich bekommst, wird nicht als Einkommen angerechnet.

Eine erste Einschätzung, ob du BAföG bekommst, kann dir ein BAföG-Rechner geben. Allerdings weisen diese lediglich auf die mögliche Höhe hin. Sie sind unverbindlich und ohne Gewähr. Daher solltest du dich darauf nicht verlassen, er bietet aber einen ersten Anhaltspunkt. Setze dich, wenn möglich, gemeinsam mit deinen Eltern an den Rechner, denn sie kennen ihr eigenes Einkommen meist besser. BAföG-Rechner findest du unter:

Wie lange erhalte ich BAföG?

Du erhältst BAföG für die Regelstudienzeit deines Studienfachs, wobei du die Regelstudienzeit in deiner Studienordnung nachlesen kannst. Du musst zudem deinem BAföG-Amt auch Leistungsnachweise vorlegen. Wenn dein Studium länger dauert, solltest du dich an deine/n SachbearbeiterIn wenden. In der Regel werden dir ein Bachelor- und ein Masterstudiengang finanziert oder ein klassischer Studiengang mit 9 oder 10 Semestern. Wenn du nach den ersten zwei Semestern an der Hochschule noch einmal deinen Studiengang wechseln willst, dann ist das problemlos möglich. Wenn du schon ins vierte Semester kommst, ist bei einem Studiengangwechsel das BAföG meist weg. Lass dich vor einem Studiengangwechsel gut beraten!

Was sind die Rückzahlungsbedingungen?

Du zahlt die Hälfte deines zinslosen Darlehens spätestens fünf Jahre nach der letzten Förderungsperiode zurück. Du bekommst dann vom BAföG-Amt einen Brief. Wenn dein Einkommen eine Rückzahlung nicht zulassen sollte, kannst du einen Antrag auf Aussetzung der Rückzahlung stellen.

Mehr Informationen zur Rückzahlung …

ArbeiterKind.de-Tipp
Bitte prüfe immer die Finanzierungsoption BAföG und verlasse dich nicht auf die Annahmen von anderen. Es wäre schade, wenn du selbst kleinere Summen von 100 oder 200 Euro pro Monat verschenkst. Mit unseren Ehrenamtlichen vor Ort kannst du über BAföG und Studienfinanzierung jederzeit reden. Schreibe uns einfach eine Nachricht.

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