START-Stiftung

Name: Stipendiatin Shirin SadeghiShirin Sadeghi
Alter: 18 Jahre
Stadt: Berlin 
Stiftung: www.start-stiftung.de

Logo der START-Stiftung

 

 

 

Wie bist du auf die Idee gekommen, dich für ein START-Stipendium zu bewerben?
Ich bin in der zehnten Klasse durch meine Vertrauenslehrerin, die mir damals auch Deutschförderungsunterricht gegeben hat, auf das START-Stipendium aufmerksam geworden. Um ehrlich zu sein, wollte ich mich zuerst gar nicht dafür bewerben, ich dachte dass ich nur mit einem 1,0 Durchschnitt überhaupt zum Gespräch eingeladen werde.
Schließlich konnte ich jedoch meine Sorge überwinden, denn mir war es wichtig, wenigstens den Versuch zu wagen. Ich konnte außerdem schlecht etwas verlieren.
Was bedeutet es für dich, eine Stipendiatin zu sein?
Eine Stipendiatin zu sein bedeutet für mich vieles! Es bedeutet ein Teil einer großen Familie zu sein und viele Freunde mit den gleichen Interessen und ähnlichen Lebensgeschichten haben zu dürfen. Es ist eine weitere Motivation, mich in der Schule anzustrengen. Außerdem habe ich gelernt, dass ein Teil einer so großen Gemeinschaft zu sein auch mit einigen Pflichten, z. B. sich für andere zu engagieren, verbunden ist, denn eine Gemeinschaft funktioniert, wie ich finde, nur durch das Geben und Nehmen. Deswegen möchte ich gern – auch nachdem ich nicht mehr START-Stipendiatin bin – die Hilfe bzw. Unterstützung, die ich von START und einigen der anderen Stipendiaten bekommen habe, auch irgendwie zurückgeben.
Wie wirst du durch das START-Stipendium gefördert?
Ich werde durch das Stipendium finanziell und auch auf der schulischen Ebene gefördert. Außerdem konnte ich durch das Stipendium an einigen Ausflügen und Seminaren teilnehmen, die auch meine Persönlichkeit geprägt und mich zu einer extrovertierten Person gemacht haben, was meiner Meinung nach auch eine Art von Förderung ist.
Was gefällt dir besonders am Bildungsprogramm der START-Stiftung?
Ich finde in erster Linie toll, dass es ein Stipendium für Jugendliche gibt, die wie ich seit weniger als fünf Jahren in Deutschland sind. Ich finde das Bildungsprogramm der START-Stiftung toll, denn da ist für jeden etwas dabei, man hat die Wahl je nach Interesse z. B. an einem Social Media-Coaching-Seminar teilzunehmen oder einen Theaterbesuch zu machen.
Welche Erwartungen stellt die START-Stiftung an dich?
Außer weiterhin gute Noten auf dem Zeugnis zu bekommen und mein Abi zu machen, gibt es einige andere Erwartungen, wie z. B. Halbjahresberichte zu schreiben, mit dem Bildungsgeld gut umzugehen oder auch zuverlässig zu sein, die an uns Stipendiaten gestellt werden. Des Weiteren geht es auch darum, Engagement zu zeigen. Es ist für mich wichtig, das Stipendium als eine Chance zu sehen. Wir können uns durch die ideelle und finanzielle Unterstützung innerhalb und außerhalb unserer schulischen Laufbahn weiterentwickeln. Das sollten wir bestmöglich nutzen.
Welche Ziele verfolgt die START-Stiftung mit ihrem Stipendienprogramm?
Die START-Stiftung unterstützt neuerdings Jugendliche bzw. Schülerinnen und Schüler, die seit fünf Jahren oder weniger in Deutschland leben, unter anderem auch Flüchtlinge. Einige meiner Freunde, die auch START-Stipendiaten sind, sind wie ich erst seit zwei, drei Jahren hier und haben innerhalb einer kurzen Zeit die Sprache gelernt. START ist ein Stipendium, dass uns sehr motiviert und Mut macht, unsere Träume wie z. B. Arzt zu werden, zu verfolgen. In einem Seminar wurde betont, dass wir keine Menschen mit Migrationshintergrund sind, nur weil wir die deutsche Sprache noch nicht beherrschen, sondern eher mit Migrationsvordergrund, denn wir sprechen mehr als zwei Sprachen.
Wie gut müssen denn die Schülerinnen und Schüler bei der Bewerbung Deutsch sprechen?
Ich denke mal, dass die Deutschkenntnisse so gut sein müssen, dass man die meisten Sachen in Deutsch verstehen und natürlich auch Fragen beim Bewerbungsgespräch beantworten kann. Es wurde aber von keinem von uns erwartet, nach der kurzen Zeit perfektes Deutsch zu sprechen. Außerdem wurden wir nach der Aufnahme ins Stipendienprogramm zusätzlich, beispielsweise durch eine Förderung für den Nachhilfeunterricht, in unseren Deutschkenntnissen unterstützt.
Musstest du bei deiner Bewerbung eigentlich schon wissen, was du später beruflich machen möchtest?
Eine der Fragen in meinem Bewerbungsgespräch war zwar die Frage nach dem späteren Berufswunsch, jedoch musste ich keinen konkreten Beruf nennen. Ich glaube, es ist bei der Bewerbung hauptsächlich wichtig zu zeigen: Ich habe einen Traum, bin optimistisch, ehrgeizig, fleißig und möchte später etwas in meinem Leben erreichen!
Selbstverständlich ist es wichtig, zumindest die Richtung zu kennen, in die man später gern gehen möchte.
Ab welchem Schuljahr können sich Schülerinnen und Schüler bewerben?
Schülerinnen und Schüler ab der 8. Klasse, die sich für das START-Stipendium interessieren, können sich auf der Internetseite www.start-stiftung.de jederzeit umschauen und sich über die Bewerbungsfrist und die dafür notwendigen Unterlagen informieren. Eine Bewerbung ist möglich, wenn man noch mindestens zwei Jahre zur Schule geht. Außerdem ist auch ein Empfehlungsschreiben notwendig.
Was ist das genau?
Das Empfehlungsschreiben muss von mindestens zwei Personen, wie z. B. der/dem Vertrauensklassenlehrer/in, geschrieben werden. Ich glaube, dass durch das Empfehlungsschreiben die positiven Eigenschaften des Stipendiaten, sowie auch der Charakter, eine besondere Leistung in der Schule, oder auch das persönliche Engagement des Stipendiaten gezeigt werden. Denn bei dem START-Stipendium zählt nicht nur ein guter Notendurchschnitt auf dem Zeugnis, sondern auch die Persönlichkeit.
Wie verlief dein Auswahlverfahren für das Stipendium?
Es dauerte etwas länger als erwartet, bis ich nach der Onlinebewerbung ins Auswahlgespräch eingeladen wurde. Deswegen war ich anfangs sehr überrascht. Nach dem Gespräch bekam ich einen Brief mit der Zusage zum START-Stipendium.
Wie sieht deiner Meinung nach eine erfolgreiche Bewerbung aus?
Eine erfolgreiche Bewerbung muss meiner Meinung nach vollständig sein und sollte auf keinen Fall auf den letzten Drücker geschrieben werden. Ehrlichkeit ist wichtig. Ich denke, dass man auch auf Hobbys oder die eigene Lebensgeschichte eingehen kann. Wer etwas besonders gut kann, wie z. B. ein Musikinstrument spielen, sollte es erwähnen, denn die beste Bewerbung, ist eine authentische Bewerbung.
Möchtest du zukünftigen Bewerbern oder generell Schülerinnen und Schülern, deren Eltern nicht studiert haben, noch etwas mit auf den Weg geben?
Ich möchte ihnen gern sagen, dass ein Traum erst unmöglich wird, wenn man selbst aufhört daran zu glauben. „Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.“
(Interview: März 2017)