Salem-Stipendium

Name: Charlotte Hormann
Stipendiatin Charlotte trägt eine Sonnenbrille auf dem Kopf und lächelt in die KameraAlter: 20 Jahre (Jahrgang 1996)
Internatsgymnasium: Schloss Salem (ab der 9. Klasse)
Stipendium: Salem-Stipendium

Logo der Schule Schloss Salem

Charlotte, du hast dein Abitur auf dem Internatsgymnasium Schloss Salem absolviert und studierst jetzt. Wie bist du damals auf die Idee gekommen, nach Salem zu gehen?

Ich bin damals durch Zufall auf die Homepage von Salem gekommen. Dort habe ich mich dann etwas „durchgeklickt“, da ich das ganze Thema Internat schon immer sehr spannend fand. Das, was Salem einem alles bietet, sei es über Sport, Austausche, soziale Projekte im Ausland, Teilnahme an Diensten oder soziales Engagement an der Schule hat mich ziemlich fasziniert. Außerdem hatte ich Lust auf eine neue Herausforderung – einfach mal weg von den Eltern, etwas selbstständiger werden und neue Erfahrungen in einem anderen Umfeld sammeln.

Was haben deine Eltern und deine Mitschüler über deine Entscheidung gesagt?
Ich glaube, mein Vater hat etwas länger gebraucht, sich mit der Idee anzufreunden, mich auf ein Internat gehen zu lassen. Aber nichtsdestotrotz standen beide immer voll hinter mir und haben gesagt, dass sie mich unterstützen, wie sie können, wenn ich das wirklich will. Auch meine Freunde fanden es spannend, dass ich so etwas mache, hatten aber gemischte Gefühle. Einerseits haben sie sich für mich gefreut, andererseits waren manche, ich eingeschlossen, etwas traurig, dass ich nun nur noch in den Ferien zu Hause war.
Wie hast du dich über die Schule informiert und wann hast du dich auf einen Schulplatz beworben?
Hauptsächlich habe ich mich über die Homepage der Schule Schloss Salem informiert. Jedoch hatte ich damals schon Kontakt zu ArbeiterKind.de aufgenommen und bin so in Verbindung mit Altsalemern gekommen.
Die Schule und das Internat sind mit Kosten verbunden. Hast du dir bei deiner Bewerbung darüber Gedanken gemacht?
Ehrlich gesagt nicht wirklich. Jedoch hatte ich auf der Homepage gelesen, dass man zusätzlich zum Leistungsstipendium (Grundstipendium) ein Sozialstipendium bekommen kann, welches vom Einkommen der Eltern abhängt.
Du wurdest schließlich durch das Salem-Stipendium gefördert. Welche Voraussetzungen sind dafür nötig?
Zwar war mein Stipendium ein Leistungsstipendium, jedoch heißt das nicht, dass man unbedingt in jedem Fach eine Note 2 oder besser haben muss. Es wird auch sehr auf außerschulisches Engagement geachtet, z. B. ob man in einem (Sport-)Verein aktiv ist, ein Instrument oder Theater spielt, sich im sozialen Bereich einsetzt oder sich für die Schulgemeinschaft engagiert. Hier gibt es vielfältige Möglichkeiten.
Was denkst du, wie wichtig ist dieses soziale und gesellschaftliche Engagement bei der Bewerbung? 
Soziales und gesellschaftliches Engagement wird in Salem sehr groß geschrieben. Salem ist eine Gemeinschaft und als Einzelkämpfer kommt man dort nicht sehr weit. Unter anderem ist es wichtig, dass man sich für die Schul- bzw. Internatsgemeinschaft einsetzt. Denn nur, wenn eine Gemeinschaft von innen heraus stark ist, kann sie meiner Meinung nach funktionieren.
Engagiert du dich ehrenamtlich?
Ich habe mich lange Zeit (ca. sieben Jahre) in einem Kinderrechtsteam für terre des hommes engagiert. Jetzt im Studium muss ich erst einmal schauen, was es überhaupt alles für Möglichkeiten gibt, sich zu engagieren. Aber auf jeden Fall möchte ich mich auch hier weiter engagieren, bleibt nur die Frage, auf was es letztendlich hinauslaufen wird.
Was sollten zukünftige Schülerinnen und Schüler über das Salem-Stipendium wissen?
Für mich persönlich war es etwas ganz besonderes, Stipendiatin der Schule Schloss Salem zu sein. Ich finde, es ist ein Privileg und man hat eine besondere Aufgabe. Denn man wird dafür belohnt, dass man ein Vorbild ist, Engagement zeigt, sowie Verantwortung übernimmt.
Wie verlief dein Auswahlverfahren?
Zuerst habe ich meine Bewerbungsunterlagen abgegeben. Anschließend wurde ich zum Auswahlwochenende an der Schule Schloss Salem eingeladen. Das Auswahlverfahren dauerte von einem Freitagnachmittag bis Sonntagmittag. Am Freitagabend ging das Ganze mit einer Vorstellungsrunde los, Samstag und Sonntag haben wir in Kleingruppen verschiedene Aufgaben bewältigt. Klar sind die anderen Bewerber Konkurrenten, jedoch hat man das an diesem Wochenende nicht wirklich gemerkt. Ich erinnere mich noch gut an meine damalige Gruppe und den Spaß, den wir gemeinsam hatten. Mit einer Mitbewerberin war ich später sogar zusammen auf einem Zimmer.
Was sollten interessierte Schülerinnen und Schüler noch bei der Bewerbung für das Salem-Stipendium beachten?
In Bezug auf das Auswahlwochenende würde ich jedem empfehlen, einfach er selbst zu sein. Denn der authentische Charakter kommt am besten an!
Du hast während deiner Schulzeit in Deutschlands größtem Internat gelebt. Wie war das so für dich?
Es war eine unglaubliche Erfahrung, Teil dieser Gemeinschaft zu sein. Die Umgebung der Schule (Bodenseeregion), das Wohnen im Schloss und den Alltag mit den Freunden, die im Prinzip immer bei einem waren, habe ich sehr genossen. Jedes Mal, wenn ich an den Bodensee zurückkomme, das erste Mal wieder das Wasser oder die Schlossmauern sehe, schießen mir diese einzigartigen Erinnerungen durch den Kopf und ich bekomme eine Gänsehaut.
Der Schul- und Internatsalltag waren zwar oft anstrengend, denn es gab eine Menge Verpflichtungen, bzw. „Pflichtveranstaltungen“. So hat z. B. jeder Schüler ab der 9. Klasse an einem Dienst teilgenommen, es sollten ein oder zwei AGs belegt werden, sowie ein zusätzlicher Sport. Wenn man sich dann noch zusätzlich internatlich, z. B. als Helfer (das sind die Vertreter, der Flügel/Wohneinheiten), Dienste-Sprecher oder im Rat (dem Schülerparlament) engagiert hat, oder vielleicht ein Instrument spielte, kam schon einiges zusammen. Hinzukommt, dass das Lernen auf Salem ein ganz anderes war, wie ich es von meiner alten, einer staatlichen Schule, kannte. Zunächst waren die Klassen viel kleiner, des Weiteren haben wir viel mehr selbstständig gearbeitet, Präsentationen gehalten o. ä., was erstmal eine Umstellung war.
Trotz der Anstrengung gab es aber genug Ablenkung, wir haben einiges erlebt und auch ab und zu mal Blödsinn gemacht. Diese Zeit möchte ich auf keinen Fall missen und würde die gleiche Entscheidung, auf ein Internat zu gehen, immer wieder treffen. Während des Studiums wohne ich nun in einem Wohnheim, wobei das Ganze schon etwas Internatscharakter hat.
Viele der Freundschaften, die ich in Salem geschlossen habe, werden bestimmt sehr lange anhalten. Durch die Altsalemer Vereinigung ist es ein Leichtes mit seinen ehemaligen Klassenkameraden, Mitbewohnern und Freunden in Kontakt zu bleiben. Auch versuche ich weiterhin die Verbindung zur Schule zu pflegen. So war ich z. B. im Juni diesen Jahres als Begleitperson mit auf der Outward Bound (OWB) Expedition der neunten Klassen in Norwegen.
Hat das Salem-Stipendium auch diese Kosten abgedeckt?
Nebenkosten für diverse Ausflüge oder das Taschengeld wurden nicht vom Stipendium abgedeckt. Bei Exkursionen, wie OWB z. B. konnte man als Stipendiat jedoch meist einen Zuschuss bekommen.
Wie ging es nach Schloss Salem für dich weiter?
Relativ bald nach meinem Abitur hatte ich erst einmal zweieinhalb Monate als Ferienjob auf der Nachtschicht bei Mercedes gearbeitet. Mit dem verdienten Geld bin ich für zwei Monate nach Australien geflogen, um einerseits etwas zu reisen und, um andererseits meine ehemalige Austauschpartnerin wieder zu besuchen, mit der ich in der 10. Klasse in Salem einen Austausch gemacht hatte.
Von Australien aus habe ich einen guten Salemer-Freund in Peking besucht. Im Anschluss hat mein European Voluntary Service in Belgien angefangen. Ich war von Januar bis Juni sechs Monat in Namur, im französischsprachigen Teil Belgiens und habe dort als Freiwillige mit Kindern und Jugendliche gearbeitet.
Nun bin ich seit Anfang September in Aachen, wo ich Wirtschaftsingenieurwesen, Fachrichtung Werkstoff- und Prozesstechnik studiere und habe auch hier schon einige alte Bekannte wiedergetroffen, die schon im letzten Jahr mit dem Studium angefangen haben.

(Interview: November 2016)

 

Wenn du dich jetzt für die Schule Schloss Salem interessiert und über die mögliche Finanzierung nachdenkst, dann nimm die Chance auf das Salem-Stipendium wahr. Du füllst das Bewerbungsformular der Schule gut lesbar und vollständig aus und schickst es zusammen mit einem handschriftlichen Bewerbungsschreiben, deinem Lebenslauf, besonderen Interessensgebieten sowie einer Begründung für deine Bewerbung bis 31. Januar 2018 auf dem Postweg an:

Schule Schloss Salem
Gesa Meyer-Wiefhausen
Stipendienwesen Schule Schloss Salem
Kennziffer HD2017
88682 Salem

Die Auswahltagung findet vom 16. bis 18. März 2018 statt. Weitere Informationen findest du unter: www.schule-schloss-salem.de