Praktika - mehr als nur Schnuppern

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Warum ein Praktikum machen?

Dass es heutzutage sehr schwer ist, ohne praktische Erfahrungen einen Job zu bekommen, weiß mittlerweile jeder. Welche Vorteile aber hat ein Praktikum?

Es bietet die unschätzbare Möglichkeit, schon während des Studiums zu sehen, ob der Arbeitsbereich, in dem Du nach dem Studium einmal tätig sein möchtest, Dich wirklich interessiert, und Deine Fähigkeiten dort zum Einsatz kommen. Die wertvolle Praxiserfahrung, die Du hier sammelst, können Dir kein Seminar und keine Vorlesung an der Uni vermitteln. Erst in der Praxis siehst Du, was es heißt, als InnenarchitektIn, WirtschaftswissenschaftlerIn oder ApothekerIn zu arbeiten.

Auch sind Praktika hilfreich, Dich in den so genannten Soft Skills zu üben. Diese "weichen" (Schlüssel-) Qualifikationen werden heutzutage immer mehr ein absolutes Muss im Lebenslauf. Darunter versteht man Fertigkeiten wie Teamfähigkeit, Zeit- und Projektmanagement, Präsentationsfähigkeit, interkulturelle Flexibilität oder auch Fremdsprachenkenntnisse. Diese vermitteln in Bewerbungen einen Eindruck von Dir als Persönlichkeit und sind damit unerlässlich im Bewerbungsprozess.

Nicht zuletzt bringen Dir Praktika Kontakte, die Dir später bei der Bewerbung um Deinen Traumjob nützlich sein können.

Wie ein Praktikum finden?

Die meist genutzte Möglichkeit, ein Praktikum zu finden, ist mit Sicherheit eine der zahlreichen Praktikumsbörsen im Internet.
Auch an den Schwarzen Brettern in Deiner Uni hängen häufig Praktikumsannoncen. Vielleicht findest Du ja sogar in Deinem Fachbereich ein speziell auf Dich zugeschnittenes Angebot.
Vielleicht aber kennst Du aber auch in Deiner Familie, unter Deinen Freunden oder Deinen Professoren jemanden, der in einem Betrieb oder einem Unternehmen arbeitet und Dir dorthin einen wertvollen Kontakt vermitteln kann.

Du möchtest gerne in einem ganz bestimmten Unternehmen hospitieren? Dann bewirb Dich doch einfach initiativ! Wenn Du in Deiner Bewerbung glaubhaft darlegst, warum Du in genau diesem Unternehmen arbeiten möchtest (weil Dich der spezielle Bereich des Unternehmens interessiert? Weil Du von Freunden schon viel Gutes über die Praktika dort gehört hast? Oder weil Du Dir genau dort eine berufliche Tätigkeit nach Deinem Studium vorstellen kannst?), hast Du gute Chancen. Viele Betriebe schreiben ihre Praktikumsstellen gar nicht mehr aus, greifen aber gerne auf bereits vorhandene Bewerbungen zurück, wenn ein Hospitationsjob frei wird.

Wenn Du über ein Praktikum im Ausland nachdenkst, kannst Du dies natürlich auf eigene Faust organisieren, was häufig mit einem großen eigenen Aufwand verbunden ist. Frage aber doch einfach mal in der Verwaltung Deiner Hochschulstadt nach! Durch Städtepartnerschaften, die jede größere Stadt in mehrere Länder unterhält, kann sie Dir möglicherweise ein Praktikum vermitteln.
Große Austauschdienste wie der DAAD, Leonardo oder IASTE, aber auch der DED bieten Praktikums- oder Volontariatprogramme, mit denen Du – einmal erfolgreich das Bewerbungsverfahren durchlaufen – ein paar Monate als Praktikant im Ausland arbeiten kannst (Link zur Rubrik im Ausland studieren).

Worauf bei der Bewerbung achten?

Praktikum ist nicht gleich Praktikum! Auch wenn Du über ein lukratives Praktikumsangebot froh bist, solltest Du schon bei der Bewerbung und später auch im Vorstellungsgespräch kritisch überprüfen, ob es wirklich passt: Entspricht es Deinen Fähigkeiten und Deinem Studienfach? Besteht für Dich vielleicht sogar die Möglichkeit, Kontakte für die Zeit nach dem Studium zu knüpfen? Generell gilt hier die Faustregel: Im Grundstudium solltest Du ruhig in verschiedene Bereiche hineinschnuppern, im Hauptstudium aber möglichst gezielt Praktika in den für Dich interessanten Bereichen aussuchen.
Kläre außerdem, welche Aufgaben Du bekommen wirst. Dass Dir als Praktikant und damit als „Neuling“ nicht immer nur die ganz spannenden Projekte zugeteilt werden, ist klar, aber dennoch sollte Dir das Praktikum mehr Einblicke bieten als das sprichwörtliche Kaffee-Kochen und Kopieren! Schließlich lernst Du nicht nur eine Menge während der Hospitation, sondern bringst Dich auch mit Deiner Arbeitskraft, Deinem Elan und Deinem Wissen in den Job ein und bist damit eine wertvolle Unterstützung!

Dauer

Die Dauer der Praktika ist in manchen Studiengängen vorgeschrieben, in vielen anderen aber hängt sie von Deiner eigenen Zeit und der Deines Praktikumsgebers ab. Um jedoch wirklich sinnvolle Einblicke in den jeweiligen Arbeitsbereich zu bekommen, sind mindestens sechs Wochen sinnvoll.
Die entscheidenden Fragen, die bei der Zeitplanung zu berücksichtigen sind: Lässt sich das Praktikum in die nächsten Semesterferien integrieren? Hast Du neben dem Praktikum noch genügend Zeit zur Prüfungsvorbereitung, für Hausarbeiten oder für Deine eigene Erholung? Lohnt es sich gar, für ein besonders aussichtsreiches Praktikum ein Urlaubssemester zu beantragen und für sechs Monate den Schritt in die Praxis zu wagen?

Bezahlung

Wenn auch beim Praktikum nicht das Geld im Vordergrund stehen sollte, stellt sich doch die Frage: Billige Arbeitskraft oder sinnvolles (und sinnvoll entlohntes) Praktikum?

Wenn Du in Deinem Praktikum mit wertvollen Einblicken in einen für Dich wichtigen Arbeitsbereich entlohnt wirst, sollte das Geld kein Entscheidungskriterium sein. Anders sieht es insbesondere dann aus, wenn Du wegen eines Praktikums für eine Weile in eine andere Stadt gehst.
Als Praktikant im Grundstudium ist es in der Regel unüblich, Geld zu bekommen; im Hauptstudium jedoch kannst Du nach einem Praktikumsgehalt fragen. Denn in dieser Phase Deines Studiums verfügst Du bereits über umfangreiches Wissen in Deinem Fach und kannst möglicherweise auf den praktischen Erfahrungen aus Deinen vorherigen Praktika aufbauen.
Die Höhe des Praktikantengehalts variiert stark - große Unternehmen zahlen i.d.R. mehr als kleine Betriebe - und ist nicht rechtlich geregelt. Am besten: Vor dem Praktikum einfach nachfragen!

Vertrag und Zeugnis

Abgesehen von der Bezahlung verhält es sich mit Praktika wie mit anderen Jobs. Deine Aufgabenbereiche, die Dauer und ggf. Dein Gehalt werden zu Beginn Deines Praktikums in einem Vertrag schriftlich festgehalten. Das ist sinnvoll und notwendig, damit Du im Zweifelsfall etwas in der Hand hast, wenn Dein Praktikum nicht wie vereinbart verläuft.

Auch hast Du, nach Ende der vereinbarten Praktikumszeit, das Recht auf ein Praktikumszeugnis. In diesem stehen üblicherweise die Tätigkeiten, die Du während des Praktikums ausgeführt hast, häufig auch eine Bewertung Deiner Arbeit und Deines Verhaltens gegenüber Kollegen und Vorgesetzten. Dieses Zeugnis kann Dir später die Tür zu weiteren Praktika oder Deinen ersten Job nach dem Studium öffnen!

Abbruch

Wenn Dein Praktikumsgeber sich nicht an die Vereinbarungen hält, die Ihr zu Praktikumsbeginn getroffen habt, kann es sinnvoll sein, das Praktikum vorzeitig abzubrechen.
Dies musst Du im Einzelfall entscheiden. Bevor Du aber Dich als billige Arbeitskraft ausnutzen lässt und so wertvolle Zeit vergeudest, solltest Du das Gespräch und ggf. mit Deinem Arbeitgeber suchen oder das Praktikum kündigen.

 

Internetlinks

www.akademiker-online.de

www.arbeitsagentur.de

www.jobmailing.de

www.prabo.de

www.praktika.de

www.praktikanten.net

www.praktikum.de

www.praktikum-online.de

www.praktikum-ratgeber.de

www.praktikum-service.de

www.unicum.de/beruf/praktikum

www.fairwork-ev.de (zum Thema „Praktikantenrechte“)

 

Praktika im Kultur(management)-Bereich:
www.kulturmanagement.net

Praktika im kreativen / künstlerischen Bereich (Graphik/Design, Werbung, Redaktion, Marketing):
http://www.absolutebeginners.de

Praktika in der Politik/in internationalen Organisationen:
www.auswaertiges-amt.de
Seite des Auswärtigen Amtes (Internationaler Stellenpool)

Praktika und Praktikumsprogramme in Europa:
www.eurogate2000.de

Praktika im Ausland:
www.daad.de/ausland/praktika/

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