Kosten in den Niederlanden

Niederlande: Fahrräder(Stand: Mai 2015)

Für das Studienjahr 2015/16 wurden die landesweiten Studiengebühren auf 1.951 Euro pro Studienjahr angehoben. Dieser Betrag gilt jedoch nur für deutsche Studierende, deren offizieller Erstwohnsitz in den Niederlanden, Belgien, Luxemburg oder in einem der deutschen Bundesländer Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen oder Bremen liegt. Für alle anderen gelten höhere Gebühren. Aus diesem Grund ist es zwingend notwendig, sich bereits vor dem offiziellen Studienstart in den Niederlanden oder den anderen angegebenen Orten als NeubürgerIn registrieren zu lassen!

Nachdem du eine Unterkunft in den Niederlanden gefunden hast, kannst du dich innerhalb von fünf Tagen bei der Gemeinde anmelden und dich bei der Gemeindeverwaltung GBA (Gemeentelijke Basis Administratie) kostenlos als EinwohnerIn registrieren lassen. Dazu benötigst du deinen gültigen Ausweis, eine Kopie des Mietvertrags und – nicht zu vergessen – deine Geburtsurkunde.

Die Lebenshaltungskosten in den Niederlanden variieren je nach Region, sind aber im Allgemeinen etwas höher als in Deutschland. Besonders in beliebten (Studenten-)Städten solltest du mit höheren Mietkosten rechnen. Zudem hängen die Kosten natürlich auch von den persönlichen Bedürfnissen ab. Hier einige Beispiele zu den durchschnittlichen Mietkosten pro Monat

In diesen Berechnungen sind die Studiengebühren noch nicht integriert.

Finanzierung: Auslands-BAföG

Nach dem BAföG-Gesetz ist es möglich, für ein Auslandsstudium innerhalb der EU sowie in der Schweiz von Beginn an (also bereits für ein Bachelor-Studium) BAföG zu beziehen.

Das „Prinzip“ ist dabei im Ausland dasselbe wie im Inland: das BAföG besteht zu 50 Prozent aus einem Vollzuschuss (der nicht zurückgezahlt werden muss) und zu 50 Prozent aus einem unverzinslichen Darlehen (das frühestens fünf Jahre nach dem Ende der in der Prüfungsordnung vorgesehenen Ausbildungszeit in Mindestraten von 105 Euro monatlich oder als ganzer Betrag und in einem Zeitraum von bis zu 20 Jahren zurückgezahlt werden muss).

Grundsätzlich muss BAföG nur bis zu einem Gesamtbetrag von 10.000 Euro zurückgezahlt werden (Rückzahlungsbegrenzung). Die BAföG-Höhe richtet sich dabei nach den eigenen finanziellen Mitteln und dem Einkommen der Eltern.

Was unterscheidet das Auslands-BAföG nun vom Inlands-BAföG?

Zum einen sind die Fördersätze hier höher angesetzt, sodass es sein kann, dass auch solche Studierende im Ausland gefördert werden können, die im Inland wegen der Höhe des Einkommens ihrer Eltern keine Förderung erhalten würden. Das heißt, auch wenn du in Deutschland keinen Anspruch auf BAföG hast, lohnt sich die Beantragung des Auslands-BAföGs!

Für Studien außerhalb der EU und der Schweiz gibt es aufgrund der höheren Lebenshaltungskosten je nach Land differierende Auslandszuschläge. Ein weiterer, sehr wichtiger Vorteil von Auslands-BAföG ist die Übernahme der ausländischen Studiengebühren von bis zu 4.600 Euro für maximal ein Jahr. Darüber hinaus werden einmal jährlich die Reisekosten (Hin-/Rückreise) in das Zielland, d. h. das Land in dem du studierst, übernommen (je Fahrt 250 Euro innerhalb Europas, 500 Euro außerhalb Europas). Eventuelle Zusatzkosten für die Krankenversicherung können auch übernommen werden.

Was ist bei der Beantragung von Auslands-BAföG zu beachten?

Grundvoraussetzung ist, dass der Studienaufenthalt eine Mindestdauer von sechs Monaten oder einem Semester bzw. zwölf Wochen (Studium im Rahmen einer Hochschulkooperation) hat. Außerdem sind ausreichende Kenntnisse der Unterrichts- und Landessprache notwendig, was aber in den Niederlanden aufgrund des flächendeckend guten Angebots an englischsprachigen Kursen kein Problem darstellt.

Die Anträge auf Auslands-BAföG sollten mindestens sechs Monate vor Beginn des geplanten Auslandsaufenthalts beim zuständigen BAföG-Amt gestellt werden. Für sämtliche Anträge, die ein Auslandsstudium in den Niederlanden betreffen, ist derzeit das folgende Amt zuständig:

Bezirksregierung Köln
Dezernat 49
50606 Köln
Tel.: 0221 147 - 4990
Fax: 0221 147 - 4950
E-Mail: Auslandsbafoeg(at)bezreg-koeln.nrw.de
Internet: www.bezreg-koeln.nrw.de

Finanzierung: Niederländische Studienfinanzierung

Niederlande: Bahnhof(Stand: Mai 2015)
Das niederländische Parlament hat ein Gesetz erlassen, welches das System der niederländischen Studienfinanzierung ab September 2015 grundlegend verändert. Einen guten Überblick über die Studienfinanzierung über die Niederlande erhältst du auf www.studieren-in-holland.de!

Wer in den Niederlanden studiert, kann ein Studiendarlehen beantragen. Darlehen bedeutet, dass das vom Staat geliehene Geld letztendlich zurückgezahlt werden muss. Dieses Darlehen gibt es bis zu einem Maximalbetrag von 1.016 Euro pro Monat. Jede/r kann selbst bestimmen, ob er/sie den vollen Betrag in Anspruch nimmt, oder nur einen Teil. Es wird auch nicht mehr unterschieden zwischen Studierenden, die bei ihren Eltern oder allein wohnen – alle StudentInnen haben denselben Betrag zur Verfügung. Der Zinssatz zur Rückzahlung berechnet sich analog zum Wert der niederländischen Staatsanleihen und liegt 2015 bei nur 0,12 Prozent. Die Rückzahlungsphase nach dem Studium wird nach dem neuen Gesetz von 15 Jahren auf 35 Jahre verlängert.

Zusätzlich zu diesem Darlehen gibt es ein sogenanntes Aufstockungsdarlehen von max. 378 Euro. Dieses bekommst du, wenn das Elterneinkommen unter einem bestimmten Wert liegt (die Eltern einen finanziell also nicht unterstützen können). Der Unterschied zum oben genannten Studiendarlehen ist, dass du bei einem Studienabschluss innerhalb von zehn Jahren dieses Aufstockungsdarlehen erlassen bekommst, sprich, du musst dieses später nicht zurückzahlen.

Wer die niederländische Studienfinanzierung in Anspruch nimmt, hat eventuell auch noch Anspruch auf Auslands-BAföG. Jedoch werden die Leistungen von der niederländischen Seite (auch die Darlehensleistungen) in voller Höhe auf das BAföG angerechnet.

Zusätzlich zu dem oben erläuterten Darlehen bekommen Studierende, die erfolgreich die niederländische Studienfinanzierung beantragt haben, eine kostenlose OV-Card/ Studentenreisproduct. Das ist ein kostenloses Abo für den öffentlichen Nahverkehr (nicht: Fernverkehr) in den Niederlanden.

Voraussetzungen für die Beantragung

Die niederländische Studienfinanzierung kannst du auch beantragen, wenn du kein/e NiederländerIn bist. Allerdings nur unter bestimmten Voraussetzungen. Die Kriterien sind:

  • bei Studienbeginn nicht älter als 30 Jahre
  • Erwerbstätigkeit neben dem Studium von mindestens 56 Stunden im Monat (es muss ein Arbeitsvertrag vorgelegt werden - alternativ: Niederländische Staatsangehörigkeit oder ein Elternteil, dass längere Zeit in den Niederlanden gearbeitet/gelebt hat
  • vorhandenes Bankkonto in den Niederlanden
  • Sofi-/BSN-Nummer (Bürgerservice bzw. Sozialversicherungsnummer, beantragt man bei der Gemeinde).

Das Stipendium muss mindestens drei Monate vor Studienbeginn (1. September des Jahres) durch die Webseite der zuständigen DUO/ IB Groep oder mit einem entsprechenden Vordruck postalisch beantragt werden.

Finanzierung: Collegegeldkrediet

Niederlande: WinterAuch für Studierende, die nicht die Kriterien für die niederländische Studienfinanzierung erfüllen, gibt es die Möglichkeit, einen zinsgünstigen Kredit (Zinssatz 2015: 0,12 Prozent) für die Finanzierung der Studiengebühren aufzunehmen, den sogenannten "Collegegeldkrediet". Voraussetzung ist, dass man unter 30 ist und aus einem EU/EEA-Land bzw. der Schweiz kommt.

Er kann mit anderen Formen der Finanzierung, wie der niederländischen Studienfinanzierung, kombiniert werden. Der Kredit zur Vorfinanzierung der Studiengebühren wird unabhängig vom elterlichen oder eigenen Einkommen gewährt und in monatlichen Raten ausgezahlt. Im Studienjahr 2015/16 erhält man monatlich 162,58 Euro. Über das Jahr gerechnet macht das genau die Höhe des gesetzlichen landesweiten Studiengebühren (Collegegeld) im Studienjahr aus. Maximal ist es möglich, die fünffache Summe der gesetzlichen landesweiten Studiengebühren zu leihen, falls die Studiengebühren des gewählten Studiengangs über den gesetzlichen Studiengebühren liegen (z. B. bei einem MBA, Master of Business Administration). Faktisch zahlt man die Studiengebühren damit erst nach Studienende in einkommensabhängigen Raten.

Den Antrag solltest du möglichst kurz vor Studienbeginn stellen. Sollte die Finanzierung im ersten Jahr aber zum Beispiel durch BAföG gesichert sein, kannst du jederzeit während des laufenden Studiums diesen Antrag neu stellen, sobald sich eine Finanzierungslücke ergibt.

Weitere Informationen + Video zum Collegegeldkrediet gibt es auf: www.studieren-in-holland.de

Finanzierung: Stipendien

Viele niederländische Hochschulen bieten dezentral Stipendien an. Die Bewerbungskriterien sind unterschiedlich und beinhalten zum Beispiel die Leistungen in Schule oder Erststudium (bei Master) und „soziale Bedürftigkeit“. Eine Übersicht aller in Frage kommenden Stipendien bietet die Webseite von NUFFIC, dem niederländischen DAAD mit ihrer Stipendiendatenbank. Auf deutscher Seite lohnt sich ein Blick in die Stipendiendatenbank des DAAD, oder die Webseiten von mystipendium.de oder Stipendienlotse.de.

ArbeiterKind.de-Tipp