
Engagierte Persönlichkeiten gesucht
Die Möglichkeit, das Studium durch ein Stipendium zu finanzieren, ist vielen entweder unbekannt oder sie lassen sich von dem Wort „Begabtenförderungswerke“ abschrecken. Dabei werden die Stipendien nicht nur nach Schul- und Studiennoten vergeben, sondern es kommt besonders auf Persönlichkeit und Engagement an. Bist Du im Sportverein, in Deiner Kirchengemeinde, im Chor Deiner Schule oder als Klassensprecher aktiv? Diese und ähnliche Aktivitäten gelten als „ehrenamtliches Engagement“. Wenn Deine Noten nun noch mindestens im Zweier-Bereich liegen, lohnt eine Bewerbung auf jeden Fall.
Mach Dir keinen Kopf, wenn auf deinem Zeugnis mal Notenausrutscher dabei ist, darauf kommt es nicht an. Einige Stipendiaten haben sogar einen Abi-Schnitt mit einer Drei vor dem Komma. Du bist gefragt, Deine Ansichten und Dein Engagement im Studium.
ArbeiterKind.de-Tipp
Viele Förderwerke haben mittlerweile Programme unter dem Motto "Stipendium auf Probe" eingeführt. Hier kannst Du Dich schon im Abitur oder spätestens im ersten Semester bewerben. Um so früher Du Dich informierst, desto schneller kannst Du von Deiner Förderung profitieren.
Bevor Du Dich bei einer Stiftung bewirbst, schaue Dir deren Internetseiten genau an. Stimmst Du mit den Werten, Ansichten und Zielen der Stiftung überein? Im Folgenden erhältst Du weitere Informationen und schließlich geben Dir unsere Stipendiateninterviews (Überblick am Rand) einen genauen Einblick in die Förderwerke.
Staatfinanzierte Stiftungen
Mit den Begabtenförderungswerken sind die zwölf staatlich finanzierten Stiftungen gemeint, die Studierende sowohl finanziell als auch ideell fördern. Der Förderbetrag richtet sich nach dem BAföG und ist ebenso abhängig vom Einkommen Deiner Eltern. Hast Du nach den BAföG-Richtlinien keinen Anspruch auf eine finanzielle Förderung, erhältst Du trotzdem 150 Euro Büchergeld und kannst von den Seminarangeboten und Serviceleistungen profitieren. Zudem bezuschussen die Stiftungen häufig die Auslandsaufenthalte ihrer StipendiatInnen.
Bei allen Stiftungen ist zu beachten, dass sie eine bestimmte Zielrichtung verfolgen und häufig bestimmten Parteien, Kirchen oder anderen gesellschaftlichen Institutionen nahe stehen. Daher ist es wichtig, dass Du Dir einen Überblick darüber verschaffst, welche Stiftung(en) am besten zu Dir passen würden.
Auf dem gemeinsamen Internetportal der Stiftungen Stipendiumplus und in der Broschüre „Mehr als ein Stipendium - Staatliche Begabtenförderung im Hochschulbereich“ (BMBF, 2010) findest Du weitere Informationen.
Aufstiegsstipendium für Berufstätige (Vollzeit- oder Teilzeitstudium)
Zu den staatsfinanzierten Förderwerken gehört auch die Stiftung Begabtenförderung berufliche Bildung (SBB), diese Stiftung vergibt das Aufstiegsstipendium. Das Stipendium richtet sich an Berufstätige, die sich durch Talent und Engagement ausgezeichnet haben und nun ihr erstes Hochschulstudium anstreben. Die SBB führt im Auftrag und mit Mitteln des Ministeriums für Bildung und Forschung die Auswahl der StipendiatInnen durch und begleitet sie während des Studiums.
Private Stiftungen
Neben den großen, staatlich geförderten Stiftungen, vergeben auch viele private und kleine Stiftungen Stipendien für Studierende und SchülerInnen. Häufig richten sich diese Stipendien an bestimmte Zielgruppen. Sie können auch orts- oder fachgebunden vergeben werden.
Es lohnt sich, nach kleineren Stiftungen zu recherchieren. Ein exotisches Beispiel aus Hessen ist der Nassauische Zentralstudienfonds, der auf Herzog Wilhelm von Nassau zurückgeht. Studierende, die im Gebiet des ehemaligen Herzogtums Nassau geboren sind, können sich um Stipendien in Höhe von maximal 1000 Euro pro Semester bewerben.
Deutschlandstipendium
Mit dem Sommersemester 2011 ist das Deutschlandstipendium gestartet. Dieses Stipendium richtet sich an talentierte Studierende und StudienanfängerInnen, die sich mit ihrem Engagement und ihren Leistungen hervorheben. Das Stipendium ist einkommensunabhängig und beträgt 300 Euro im Monat. Die eine Hälfte wird von privaten Förderern, die andere Hälfte vom Bund übernommen.
Das Deutschlandstipendium wird von den Hochschulen vergeben, die sich selbst um die private Förderung kümmern. Daher musst Du also gucken, ob auch Deine Hochschule dieses Stipendium anbietet. Dabei hilft Dir eine Deutschlandkarte auf der Internetseite des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.
Lass Dich nicht abschrecken und bewirb Dich auf ein Stipendium. Mehr als eine Absage kannst Du nicht bekommen. Unsere Mentorinnen und Mentoren unterstützen Dich auch bei Deiner Bewerbung. Schreibe einfach eine Gruppe in Deiner Nähe an oder suche in unserem Online-Netzwerk nach einer Ansprechperson.
ArbeiterKind.de-Tipp
Suchmaschinen für Stipendien
Es gibt einige Suchmaschinen, die Dir außerdem bei Deiner Stipendienrecherche behilflich sein können:
Suchmaschine des Deutschen Stifterverbandes
Suchmaschine des Bundesverbands deutscher Stiftungen
Stipendiendatenbank von e-fellows.net
Stipendiendatenbank des Bundesministeriums für Bildung und Forschung
NEU: Umfassende Stipendiendatenbank von MyStipendium.de

