Stipendiat Yilmaz Akkoyun

 

 

 

 

Name: Yilmaz Akkoyun

Alter: 21 Jahre
Studiengang:
Corporate Management and Economics
Semester: 2. Semester
Hochschule: Zeppelin University in Friedrichshafen
Auslandssemester: sind geplant

Stiftung: Vodafone Stiftung Deutschland
(Die Vodafone Stiftung fördert Studienanfänger mit Migrationshindergrund.)

 

 

Wie bist Du auf die Idee gekommen, Dich bei der Vodafone Stiftung zu bewerben?

Logo_Vodafone Stiftung Deutschland

Als ich mich mit dem Bewerbungsprozess und den dafür notwendigen Unterlagen auseinander gesetzt hatte, bin ich auf das Angebot der Vodafone Stiftung auf der Homepage der Zeppelin University aufmerksam geworden. Dieses Angebot wollte ich unbedingt wahrnehmen.

Was bedeutet es für Dich, ein Stipendiat zu sein?

Stipendiat der Vodafone Stiftung zu sein, bedeutet für mich mehr als der Besitz einer Urkunde. Es eröffnet mir die Perspektive, sozial aufzusteigen und Botschafter gelungener Integration zu werden. Diese Aufgabe übernehme ich sehr gerne, da mir die Wichtigkeit von Integration für unsere Gesellschaft bewusst ist und ich so gesellschaftliche Verantwortung übernehmen kann.

Auf welche Weise wirst Du von der Vodafone Stiftung gefördert?

Das Stipendium setzt sich aus zwei Komponenten zusammen: der finanziellen und der ideellen Förderung. Durch die finanzielle Förderung werden meine kompletten Studiengebühren übernommen. Außerdem werden für einen bestimmten Betrag meine Lernmittel pro Semester erstattet. Darüber hinaus erhalte ich noch einen monatlichen Geldbetrag, der meinen persönlichen Lebensbedarf (Wohnen, Lebenshaltungskosten) abdeckt.

Bei der ideellen Förderung dürfen wir an Seminaren zur Persönlichkeitsentwicklung teilnehmen. Mein erstes Seminar fand in Weimar zum Thema "Leadership" statt. Die ideelle Förderung wird durch ein Coaching-Programm mit einem individuellen Mentor ergänzt, der uns bei allen wichtigen Fragen mit Rat zur Seite steht. Hervorzuheben ist der Aufbau eines persönlichen Netzwerkes und wichtiger Kontakte für den weiteren Lebensweg.

Ist die Höhe des Stipendiums abhängig vom Einkommen Deiner Eltern? Was ist, wenn die Eltern „zu viel“ verdienen?

Als Bewerber für ein Vodafone Chancen Stipendium muss man BAföG-berechtigt sein. Durch aktuelle Einkommensnachweise sowie einem Steuerbescheid verschafft sich die Vodafone Stiftung jährlich und zur Bewerbungsphase einen Überblick von dem Einkommen unserer Eltern. So wird legitimiert, dass wir tatsächlich einen Anspruch auf die finanzielle Unterstützung haben. Die Höhe der monatlichen Zahlungen für den Lebensunterhalt ist für jeden Stipendiaten gleich.

Stellt die Vodafone Stiftung auch Erwartungen an Dich als Stipendiat?

Eigeninitiative wird von der Stiftung besonders gefragt. Mit der Annahmeerklärung des Stipendiums verpflichtet man sich zu gesellschafltichem Engagement, z.B. durch aktive Mitwirkung in Projekten, die auch von der Vodafone Stiftung gefördert werden, unter anderem "Rock your Life" und die Initiative "Arbeiterkind.de". Wir sollen andere Jugendliche motivieren, auch ein Studium anzustreben und nicht aufgrund der spezifischen Herkunft zu resignieren. Auch werden wir aufgefordert, Vodafone Chancen Roadshows unter anderem in unserer alten Schule zu halten, um so über das Vodafone Chancen Programm zu informieren und unsere Erfahrungen zu artikulieren.

Ein anderes Engagement könnte darin bestehen, anderen Jugendlichen mit Migrationshintergrund Nachhilfe zu geben. Es gibt viele Möglichkeiten, einen fundierten Beitrag in der Gesellschaft zu leisten. Die Stiftung möchte, dass wir aktiv sind und Verantwortungen im gemeinschaftlichen Leben übernehmen.

Welche Ziele verfolgt die Vodafone Stiftung?

Die Vodafone Stiftung hat sich auf drei Förderbereiche festgelegt:

  1. Bildung, Integration und soziale Mobilität,
  2. Gesundheit sowie
  3. Kunst und Kultur.

In diesen Bereichen initiiert sie Projekte, die dazu anregen sollen, sich am gesellschaftlichen Fortschritt aktiv zu beteiligen und eine aktive Bürgergesellschaft anzustoßen. Das Leitmotiv lautet "Erkennen. Fördern. Bewegen." Durch die Kooperation mit ausgewählten Hochschulen möchte die Vodafone Stiftung jungen Menschen mit Migrationshintergrund neue Bildungschancen eröffnen. Somit leistet die Vodafone Stiftung Ihren Beitrag zur zeitgemäßen Integrationspolitik im 21. Jahrhundert.

Ab welchem Schuljahr/Semester kann man sich bewerben?

Das Stipendium umfasst ein komplettes Bachelorstudium von drei Jahren an den jeweiligen Partnerhochschulen. Dementsprechend kann man sich ausschliesslich zum ersten Semester bewerben. Hier muss man die Fristen der Universitäten beachten.

Wie verlief Dein Auswahlverfahren bei der Vodafone Stiftung?

Das Auswahlverfahren hat ungefähr drei Monate gedauert. Nachdem ich an der Universität zugelassen wurde, was eine der notwendigen Voraussetzungen für das Stipendium war, bewarb ich mich bei der Vodafone Stiftung mit meinem Lebenslauf, Abiturzeugnis, einer handschriftlichen Beschreibung meines bisherigen Lebensweges, dem Bewerbungsbogen der Vodafone Stiftung, einem Gutachten meines Vertrauenslehrers aus meinem Gymnasium, Nachweise für soziales Engagement sowie Einkommensnachweise meiner Eltern.

Einige Zeit später wurde ich zu einem persönlichen Auswahlgespräch nach Düsseldorf, dem Sitz der Vodafone Stiftung Deutschland, eingeladen. Das Auswahlverfahren besteht aus einem intensivem Assessment-Center.

Wie sieht Deiner Meinung nach eine erfolgreiche Bewerbung aus?

Es gibt kein Patentrezept. Die Stipendiaten sind ganz verschiedene Charaktere und Persönlichkeiten. Zunächst müssen die notwendigen Bewerbungsvoraussetzungen erfüllt sein. Man muss einen Migrationshintergrund besitzen und an der jeweiligen Universität zugelassen seien. Danach muss man nachweisen können, dass man sich in gesellschaftlichen Fragen engagiert. Jede Art von Mitgliedschaft in einem Verein oder Gemeindetätigkeit wäre hier nennenswert, wenn man erkennen kann, dass man aktiv und motiviert ist, Verantwortung zu übernehmen. Die Stipendiaten sind in ganz verschiedenen Feldern engagiert. Die Frage der finanziellen Bedürftigkeit ist natürlich höchstrelevant bei der Auswahl der Stipendiaten und Stipendiatinnen.

Was bedeutet es, wenn „gesellschaftliches und politisches Engagement“ verlangt wird? Wie engagierst Du Dich?

Neben sportlichem Engagement als Fussballtrainer und Schiedsrichter engagierte ich mich auf der politischen Ebene. Als Mitglied des Jugendparlaments war ich im Stadtrat aktiv und durfte Schülerinteressen vertreten. Parallel dazu engagierte ich mich in mehreren Pflegeheimen im Rahmen der Sozial-AG "Begegnung mit Senioren/Innen im Altersheim", die Mitschüler und ich in der Schulzeit gemeinsam gründeten. Das Ziel des Projektes ist es, ein fruchtbares Miteinander zwischen den Schülern und den Senioren zu schaffen, Vorurteile abzubauen und Einstellungen zu ändern.

Neben meinem Engagement im türkischen Kulturzentrum, der Streitschlichter-AG ist mein Praktikum im Deutschen Bundestag in Berlin zu nennen. Hinzu kommen Tätigkeiten als Hochschulmentor und meine aktive Mitgliedschaft in diversen Hochschulgruppen an der Zeppelin University. Vor dem Studium habe ich des Weiteren noch einen Freiwilligendienst geleistet.

Möchtest Du zukünftigen Bewerbern oder generell Oberstufenschülern und Studierenden nicht-akademischer Herkunft noch etwas mit auf den Weg geben?

Bildung spielt in Fragen der sozialen Mobilität eine herausragende Rolle. Eine exzellente akademische Ausbildung ist die Prämisse für ein gesellschaftlich produktives Leben.
Ich würde raten, schon in der schriftlichen Bewerbung zu betonen, welche Aufgaben man in der Gesellschaft übernommen hat. Engagement lohnt sich. Im Gespräch sollte man ehrlich und natürlich sein. Jeder hat seine Stärken und außergewöhnlichen Eigenschaften, auf die es sich einzugehen lohnt. Dabei sollte man den Unterschied zwischen Selbstlob und einer überzeugenden Selbstpräsentation berücksichtigen.

Insgesamt lässt sich resümieren, dass es sich hier um ein phantastisches Angebot handelt. Daher gilt zunächst: Nicht vom Bewerbungsaufwand abschrecken lassen. Der Bewerbungsprozess erfordert Geduld, aber er lohnt sich im Erfolgsfall sehr. Wenn es klappt, hat man drei außergewöhnliche Jahre vor sich.

 

(Stand: September 2011)