Prüfungsvorbereitungen
In diesem Artikel geht es nicht um die Vorbereitung auf die Abschlussprüfung, jedenfalls nicht direkt. Es geht vielmehr um die Vorbereitung auf einzelne Prüfungen – die natürlich im großen Zusammenhang wieder ein Teil der Examensvorbereitung sind.
Unser Mentor Jens hat einige Gedanken zum Thema zusammengetragen:
Grundsätzliche Entscheidung
Willst Du das Wissen und die Fähigkeiten erwerben die zu einem Fach oder einem Kurs gehören oder willst Du einfach nur die Prüfung bestehen? Diese Entscheidung kannst Du für jede Prüfung erneut treffen und Du kannst diese Entscheidung auch jederzeit revidieren. Und es ist keine Schande zu sagen, dass Du einfach nur durch die Prüfung kommen willst. Wenn Du diese Entscheidung allerdings sehr häufig triffst, dann solltest Du Dir überlegen, ob Du das richtige Fach studierst.
"Einfach nur Bestehen"
Vorteile:
- Du wirst wahrscheinlich mehr Zeit haben. Zeit Dich auf die Themen zu konzentrieren, die Dir wirklich am Herzen liegen.
- Es kann unheimlich erleichtern, wenn Du zugibst, dass Dich dieses Fach nicht interessiert oder nicht Deinen Talenten entspricht.
Nachteile:
- Du wirst wahrscheinlich wenig langfristigen Nutzen von Deiner Lerninvestition haben. Die Chancen sind gut, dass Du ziemlich schnell sagen wirst „Das habe ich doch mal gewusst…?!“ Und Du musst den gleichen Aufwand nochmal betreiben, wenn das Wissen examensrelevant wird.
"Wissen und Fähigkeiten erwerben"
Vorteile:
- Es ist eine langfristige Investition. Wenn Du etwas einmal richtig verstanden hast, dann kannst Du es auf andere Bereiche übertragen oder schnell auffrischen, wenn Du es wieder brauchst, z.B. für die Abschlussprüfung.
- Je mehr Du lernst, desto einfacher wird das Lernen. Und wenn Du offen dafür bist, wirst Du auch Zusammenhänge entdecken, die Dir Dein ganzes Fach erschließen, etwas was im Normalfall keine Vorlesung, keine Übung und kein Prof für Dich tut.
- Etwas wirklich zu verstehen ist ein gutes Gefühl, unsere Gehirne sind Problemlösungs- und Lernmaschinen, die sich selbst für erfolgreiche Arbeit belohnen. Kaum etwas kommt gegen das Gefühl des AHA-Moments an, wenn auf einmal alle Puzzleteile zusammenpassen.
Nachteile:
- Es wird Dich wahrscheinlich mehr Zeit kosten – und keiner kann garantieren, dass Du die Prüfung bestehen wirst.
- Wenn Du wirklich in ein Thema einsteigst, dann kann es passieren, dass Du Dinge lernst, die nicht prüfungsrelevant sind oder sogar dem ausgewiesenen Lehrstoff widersprechen. Dann können Deine Antworten zwar fachlich gesehen richtig sein, aber trotzdem nicht mit den geforderten Antworten übereinstimmen.
Wie eine Entscheidung treffen?
- Mach Dich schlau, ob das was Du lernen musst auch für die Zwischen- oder Abschlussprüfung relevant ist. Wenn ja, dann spricht das eher für Verständnis- als für Prüfungslernen.
- Ist das echtes Grundlagenwissen? Eher Verständnislernen.
- Hat das Prüfungsthema mit dem Grund zu tun warum ich dieses Studienfach gewählt habe? Eher Verständnislernen.
- Fällt dieses Fach in meinen talentfreien Bereich? Eher Prüfungslernen.
- Interessiert mich das Fach nicht die Bohne? Eher Prüfungslernen.