Stipendiatin Susanne Fuhrmann

 

Name: Susanne Fuhrmann

Studiengang: Sonderschulpädagogik (Master)
Semester: 3. Mastersemester
Hochschule: Technische Universität Dortmund
Auslandsaufenthalt: -

 

Stiftung: Cusanuswerk
(Stiftung der katholischen Kirche)

Wie bist Du auf die Idee gekommen, Dich beim Cusanuswerk zu bewerben?

Ich habe vor dem Studium eine Krankenpflegeausbildung gemacht, einige Jahre gearbeitet und mir u.a. eine Lebensversicherung zugelegt. Allein wegen deren Rückkaufswert hätte ich kein BAföG erhalten – also habe ich nach Alternativen gesucht, mein Studium zu finanzieren außer durch eine (mindestens) Halbtagsstelle. In erster Linie ging es mir zunächst um eine finanzielle Förderung.

Logo Cusanuswerk

Auf der Suche nach Stipendien bin ich auf die verschiedenen Förderwerke gestoßen... Kurz gesagt wollte ich mich ungern bei einem der politischen Werke bewerben, da ich hinter keiner der Parteien so sehr stehe, um mich von ihr fördern lassen zu wollen. Das „Profil“ des Cusanuswerks hat mich dagegen deutlich mehr angesprochen und so kam es, dass ich mich beworben habe.

Was bedeutet es für Dich, eine Stipendiatin zu sein?

Für mich bedeutet es die schon erwähnte deutliche finanzielle Entlastung. Und mit der Zeit immer mehr auch das Erleben von Vertrauen in mich und meine Fähigkeiten seitens des Werkes sowie die Unterstützung durch die Referenten und die Angebote unseres Bildungsprogramms zu erfahren. Dazu kommen viele interessante Menschen und Biographien, aus denen ich viele Anregungen und Ideen für mein eigenes Studium und Leben ziehe.

Auf welche Weise wirst Du vom Cusanuswerk gefördert?

Neben der finanziellen Förderung bietet das Cusanuswerk ein umfassendes Bildungsprogramm (zu allgemeinen Themen aber auch fachspezifisch) sowie ein vielfältiges geistliches Programm. Dazu kommt die ständige Gesprächsbereitschaft der Referenten und des geistlichen Leiters, sowie des Vertrauensdozenten an meiner Uni vor Ort.

Ist die Höhe des Stipendiums abhängig vom Einkommen Deiner Eltern? Was ist, wenn die Eltern „zu viel“ verdienen?

Ja, da es sich grundsätzlich um ein staatliches Stipendium handelt, ist die Berechnungsgrundlage die gleiche wie beim BAföG.

Durch meinen Beruf und die Berufstätigkeit wird meine Stipendienhöhe allerdings elternunabhängig berechnet. Das Gute beim Cusanuswerk ist dabei, dass sie Investitionen in die Zukunft (wie eine Lebensversicherung) nicht zum Vermögen dazurechnen. Damit kommt man dann nicht mehr so leicht über die Guthabenobergrenze und hat eine realistische Chance auf ein Vollstipendium.

Trifft das alles nicht zu und die Eltern verdienen auch noch „zu viel“ bezieht man trotzdem mindestens das Büchergeld von zurzeit 150 Euro monatlich.

Stellt das Cusanuswerk auch Erwartungen an Dich als Stipendiatin?

Nimmt man das Stipendium an, verpflichtet man sich dazu, jährlich zum März einen Jahresbericht zu verfassen. Zudem sollte man jedes Jahr am Jahrestreffen (ein Wochenende im Juni) sowie an einer zweiwöchigen Ferienakademie im Februar oder Sommer teilnehmen. Für die beiden Veranstaltungen kann man sich aber auch mal, zum Beispiel weil man ein Auslandssemester außerhalb Europas macht, freistellen lassen.

Welche Ziele verfolgt das Cusanuswerk?

Ein Schlagwort, was einem im Cusanuswerk immer wieder begegnet, ist die Biographieförderung. Im meinem Fall bedeutet dies die Unterstützung und Förderung meines Werdegangs, der von meinem ursprünglich eingeschlagenen Weg als Krankenschwester und auch dem als Kind von Handwerkereltern abweicht. Das Cusanuswerk versteht sich als Unterstützer für seine Stipendiaten, ihren individuellen Weg zu gestalten und bietet dazu zahlreiche Möglichkeiten, die jeder einzelne annehmen kann, aber nicht muss.

Ab welchem Schuljahr/Semester kann man sich bewerben?

Wie in allen anderen Werken auch ist es seit einigen Semestern möglich, sich bereits mit dem Abi bzw. zum ersten Semester zu bewerben.

Wie verlief Dein Auswahlverfahren beim Cusanuswerk?

Bei mir war noch keine Erstsemesterförderung möglich, so dass ich erst ein Semester lang gute Noten ansammeln musste, um mich damit zu bewerben.

Das Auswahlverfahren dauert dann von Bewerbung bis zur Aufnahme etwa ein halbes Jahr. In dieser Zeit finden zwei Vorauswahlen statt. Zunächst anhand des eingereichten Lebenslaufes, danach anhand der Noten. Nach diesen Hürden muss man ein Hochschulpfarrergutachten sowie zwei Gutachten von Professoren einreichen und wird (zusammen mit einem Bewerber aus einem anderen Fachbereich – somit steht man nicht in Konkurrenz zueinander!) zu einem persönlichen Gespräch mit einem der Referenten eingeladen. Etwa drei Monate danach sind die Auswahlsitzungen, nach denen man mitgeteilt bekommt, ob man aufgenommen wurde oder eben nicht.

Wie sieht Deiner Meinung nach eine erfolgreiche Bewerbung aus?

Authentisch!!!

Was bedeutet es, wenn „gesellschaftliches und politisches Engagement“ verlangt wird? Wie engagierst Du Dich? Muss man katholisch sein? Muss man in der Kirchengemeinde aktiv sein?

Das Cusanuswerk fördert katholische Studierende, die die Welt und auch die Kirche kritisch betrachten, sich konstruktiv einbringen und ihre Möglichkeiten nutzen, ihre Umgebung mit gestalten und ihren individuellen christlichen Glauben leben wollen. Das kann sich in caritativer Form äußern, im aktiven Mitgestalten des Gemeindelebens oder des Cusanuswerks selbst aber ebenso gut im Rahmen der Arbeit in einer Partei, im Umweltschutz oder einer sonstigen gesellschaftlich oder humanitär arbeitenden Organisation.

In meinem Fall war es die Jugendarbeit und ist es zurzeit die Arbeit in der Gemeinde.

Möchtest Du zukünftigen Bewerbern oder generell Oberstufenschülern und Studierenden nichtakademischer Herkunft noch etwas mit auf den Weg geben?

Ich kann jeden nur ermutigen sich zu bewerben. Ich habe in meiner Zeit im Cusanuswerk erlebt, dass insbesondere nicht „selbstverständlich“ vorgezeichnete Lebenswege die interessanteren sind und genau diese Menschen sucht das Cusanuswerk – Studierende mit Persönlichkeit und dem Mut, den eigenen Weg zu gestalten.

Was bietet das Cusanuswerk seinen Stipendiaten konkret?

Neben der finanziellen Förderung bietet es seinen Stipendiaten ein reichhaltiges, abwechslungsreiches und hochkarätiges Angebot auf fachlicher, geistlicher und auch menschlicher Ebene. Jeder einzelne kann dieses Programm nach eigenen Vorstellungen nutzen (oder auch nicht) und sich von den Inhalten und Begegnungen herausfordern und inspirieren lassen. Zudem sind die Studierenden im Cusanuswerk basisdemokratisch organisiert, so dass sich in diesem Rahmen vielfältige Möglichkeiten bieten sich einzubringen – wenn man dies möchte!

Würdest Du Dich wieder bewerben?

Ja, jederzeit!!! Die Möglichkeiten, die mir das Werk bietet und die Erfahrungen, die ich in meiner Förderzeit dort gemacht habe, sind einfach unendlich wertvoll und bereichernd.

 

(Stand: Oktober 2011)