Hans-Böckler-Stiftung

Adela GashiName: Adela Gashi
Alter: 22 Jahre
Studiengang: Rechtswissenschaften
Semester: 5. Semester
Hochschule: Justus-Liebig-Universität Gießen
Auslandsaufenthalte: noch keine
Stiftung: www.boeckler.de
(Stiftung des Deutschen Gewerkschaftsbundes)

Logo der Hans-Böckler-Stiftung

Wer Fragen zum Stipendium der Hans-Böckler-Stiftung hat, kann Adela Gashi gern unter Gashi.Adela(at)t-online.de schreiben.

Wie bist Du auf die Idee gekommen, Dich bei der Hans-Böckler-Stiftung zu bewerben?

In der Oberstufe war mir eindeutig bewusst, dass ich nach dem Abitur auf jeden Fall studieren möchte. Eine sehr nette Lehrerin aus der Nachbarschaft wusste über meine schulische Laufbahn und mein soziales Engagement Bescheid und berichtete mir von der Hans-Böckler-Stiftung mit Hinblick darauf, dass ich im kommenden Semester studieren wollte. Nachdem ich mich über die Stiftung genau informierte und feststellte, dass die Stiftung Werte vermittelt, die meinen eigenen entsprachen, entschied ich mich eine Bewerbung anzufertigen.

Was bedeutet es für Dich, eine Stipendiatin zu sein?

Eigentlich kann ich es kaum in Worte fassen, wie dankbar ich bin eine Stipendiatin der Hans-Böckler-Stiftung zu sein. Das erste Semester finanzierte ich mein Studium selbst, indem ich nach dem Abitur in den Sommerferien arbeitete und während des ersten Semesters an den Wochenenden neben meinem Minijob als Rettungsschwimmerin auch noch Nachhilfe gab. Anfang des zweiten Semesters bemerkte ich aber schnell, dass das Studium einfach zu komplex ist, um nebenbei jedes Wochenende zu jobben. Mithin war ich gezwungen Bafög zu beantragen, um mich erst mal hauptsächlich auf das Studium konzentrieren zu können.

Beworben hatte ich mich für das Stipendium bereits vor dem Studienbeginn, was in meinem Fall auch notwendig war als Bewerberin über das Verfahren „Böckler-Aktion Bildung“. Vor dem ersten Semester nahm ich dann an zwei von drei Bewerbungsgesprächen teil. Da wir während dieser Zeit einen Krankheitsfall in der Familie hatten, worum ich mich kümmerte, wusste ich zum Teil nicht mehr wo mir der Kopf steht und verpasste ein letztes Bewerbungsgespräch vor einer Kommission. Natürlich war ich am Boden zerstört, denn das durfte keine Entschuldigung darstellen. Die Hans-Böckler-Stiftung gab mir aber unter Berücksichtigung meiner Situation eine zweite Chance, sodass ich die Möglichkeit erhielt im nächsten Semester an dem mir noch fehlenden Bewerbungsgespräch teilnehmen zu können.

Diese erneute Chance zu erhalten, zeigte mir wie rücksichtsvoll und sozial die Hans-Böckler-Stiftung mit ihren Bewerbern und ihren Stipendiaten umgeht. Ich konnte mein Glück gar nicht begreifen. Nach dem letzten Bewerbungsgespräch hatte ich mir nicht so große Chancen ausgerechnet, da ich so viele junge Menschen an diesem Tag kennenlernen durfte, die einfach auch sehr viel gesellschaftspolitisches Engagement an den Tag legten und alle für sich besondere Persönlichkeiten darstellten.

Da das Bewerbungsgespräch auch noch über drei Tage ging, da es so viele Bewerber gab, hatte ich meine Hoffnung zu denen zu gehören, die aufgenommen werden, bereits runter geschraubt. Natürlich war es eine sehr große Ehre dann zu hören, dass die Stiftung sich für mich entschieden hat und ich mich zu einer der wenigen Auserwählten Glücklichen zählen durfte.

Auf welche Weise wirst Du von der Hans-Böckler-Stiftung gefördert?

Die HBS unterstützt mich mit einer materielle Förderung. Diese kann aus einem monatlichen Stipendium von bis zu 597 Euro und einem Büchergeld von bis zu 300 Euro pro Monat bestehen. Darüber hinaus werden Auslandsaufenthalte und Sprachkurse ebenfalls gefördert.

Zum anderen gibt es die ideelle Förderung, die dazu anregt sich aktiv an wissenschaftlichen und gesellschaftspolitischen Diskursen zu beteiligen. Jährlich werden mehr als 100 Seminare, Workshops und Tagungen angeboten. Zudem werden Bildungsangebote, die der Vermittlung von Schlüsselqualifikationen, der Berufsorientierung und der Vorbereitung des Übergangs vom Studium in den Beruf dienen, angeboten. Auch fördert und vermittelt die Stiftung Praktika.

Ist die Höhe des Stipendiums abhängig vom Einkommen Deiner Eltern? Was ist, wenn die Eltern „zu viel“ verdienen?

Ja, in meinem Fall ist es schon so. Sind die Eltern nämlich zu Unterhalt verpflichtet, wird das Stipendium gegebenenfalls gekürzt. Als Stipendiat oder Stipendiatin muss man die Stiftung über die wirtschaftliche Lage der Eltern informieren, ebenso über die eigenen Einnahmen.

Welche Möglichkeiten gibt es, ein Stipendium der Stiftung zu erhalten?

Die erste Möglichkeit stellt das „Gewerkschaftliche Verfahren“ dar. Wer Mitglied einer Gewerkschaft ist und sich um ein Stipendium bei der Hans-Böckler-Stiftung bewerben möchte, muss seine Bewerbung immer über die Mitgliedsgewerkschaft einreichen. Wer von seiner Gewerkschaft vorgeschlagen wird, wird von einer Vertrauensdozentin oder einem Vertrauensdozenten und der örtlichen Gruppe der Stipendiatinnen und Stipendiaten der Stiftung zum Gespräch eingeladen. Nach diesen Gesprächen wird jeweils ein Gutachten erstellt, das zusammen mit anderen Bewerbungsunterlagen an die Auswahlausschüsse geht. Erwartet werden gute Leistungen sowie gewerkschaftliches oder gesellschaftspolitisches Engagement.

Die zweite Möglichkeit bildet die „Böckler-Aktion Bildung“. Sie richtet sich an Schülerinnen und Schüler, die ihren Studienwunsch nicht verwirklichen, weil sie glauben, sich ein Studium nicht leisten zu können. Es können sich Schülerinnen und Schüler bewerben, die sich für den Hochschulzugang qualifiziert haben oder auf dem Weg sind, ihr Abitur, Fachabitur oder die Fachhochschulreife zu erlangen. Es werden junge Menschen gefördert, die bereits ein ehrenamtliches Engagement haben oder bereit sind sich in Zukunft zu engagieren. Eine direkte Bewerbung bei der Hans-Böckler-Stiftung ist hierfür notwendig. Nicht nur anhand der Noten wird selektiert, es fließen auch die Umstände unter denen die Leistungen erbracht wurden mit ein. Beurteilt wird also die gesamte Persönlichkeit.

Die dritte Möglichkeit ist das „Ergänzende Auswahlverfahren“. Wer kein Gewerkschaftsmitglied ist, sich aber gesellschaftspolitisch engagiert und die Werte und Ziele der Gewerkschaftsbewegung teilt, kann sich im „Ergänzenden Auswahlverfahren“ bewerben. Es gibt zwei Möglichkeiten sich zu bewerben: Entweder können sich Studierende von einer örtlichen Stipendiaten-Gruppe oder von einer Vertrauensdozentin bzw. einem Vertrauensdozenten der Stiftung vorschlagen lassen. Eine Direktbewerbung ist nicht möglich. In die Bewertung fließt die persönliche und fachliche Eignung für das Studium, gute Leistungen und das gesellschaftspolitische Engagement mit ein.

Die vierte Möglichkeit stellt der „Zweite Bildungsweg“ dar. Als Studierender des zweiten Bildungswegs gilt, wer sein Abitur nach einer Berufsausbildung oder dreijähriger Berufstätigkeit nachholt. Auch diese Studierenden können von der Hans-Böckler-Stiftung ein Stipendium bekommen, wenn sie die üblichen Kriterien der Stiftung erfüllen. Bewerbungen sind im „Gewerkschaftlichen Verfahren“ sowie im „Ergänzenden Auswahlverfahren“ möglich. Wer Gewerkschaftsmitglied ist, bewirbt sich über das Gewerkschaftliche Verfahren und wer nicht Gewerkschaftsmitglied ist über das Ergänzende Auswahlverfahren. Eine Bewerbung über die „Böckler-Aktion Bildung“ ist für eine Förderung des zweiten Bildungswegs nicht möglich.

Stellt die Hans-Böckler-Stiftung auch Erwartungen an Dich als Stipendiatin?

Ja, die Hans-Böckler-Stiftung stellt auch Erwartungen an mich als Stipendiatin. Warum sollte es auch nicht so sein, denke ich mir. Die Stiftung bietet mir schließlich so viel, dass ich meine Dankbarkeit zeigen kann, indem ich diese Erwartungen nach bestem Wissen und Gewissen zu erfüllen versuche. Gesellschaftliches und/oder gewerkschaftliches Engagement steht bei der Hans-Böckler-Stiftung großgeschrieben, denn das eigene Engagement, welches erst zur Aufnahme führte, soll nach Aufnahme in die Stiftung natürlich beibehalten werden. Jedoch steht es im Interesse der Stiftung, dass man sich in erster Linie um sein Studium kümmert und dieses wegen unverhältnismäßig hohem Engagement nicht zu kurz kommt.

Des Weiteren wird verlangt, dass man nach jedem Semester einen Semesterbericht anfertigt. Dies erlernt man in einem Einführungsseminar, welches jeder neue Stipendiat besuchen wird. Auch existiert hierzu ein Leitfaden, wonach man sich richten kann. Dieser Semesterbericht stellt aber eher eine Hilfestellung der Hans-Böckler-Stiftung für uns Stipendiaten dar. Mit Verfassen eines solchen Semesterberichts, wird einem klar, an welcher Position man im Studium steht, wo man eigentlich genau hin will, sowie was man gesellschaftlich oder gesellschaftspolitisch alles geleistet hat. Auch kann man in dem Semesterbericht persönliche Empfindungen, Ängste oder Lob unterbringen. Denn nicht nur das Geleistete zählt, sondern auch unter welchen Umständen diese Leistungen erbracht wurden.

Jeder Stipendiat und jede Stipendiatin ist einer Stipendiaten-Gruppe der jeweiligen Universitätsstadt zugeordnet. Diese Gruppe trifft sich ein paar Mal pro Semester. Dass man regelmäßig an diesen Treffen teilnimmt und sich aktiv in die Gruppe einbindet, wird ebenfalls von der Stiftung erwartet. Bei diesen Treffen werden hauptsächlich Gutachtengespräche für neue Bewerber geplant. Auch für mich wurde ein solches Gutachten von zwei Stipendiaten verfasst. Schließlich sehe ich es als Form der Dankbarkeit an, ebenfalls solche Gutachtengespräche zu übernehmen, um neuen Bewerbern die Möglichkeit zu einem Stipendium zu bieten.

Wie man sieht, legt die Stiftung einem keine Steine in den Weg. All das, was die Stiftung von mir als Stipendiatin verlangt, sind für mich selbstverständliche Dinge, die einem eindeutig erscheinen, wenn man sich klar macht, was die Grundsätze der Hans-Böckler-Stiftung überhaupt sind.

Welche Ziele verfolgt die Hans-Böckler-Stiftung?

Ziel der Hans-Böckler-Stiftung ist es die Bildungschancen für angehende Studierende zu erhöhen. Denn leider zeigen Studien und auch die Realität immer öfter, dass in Deutschland vor allem die soziale Herkunft über den Bildungsweg und damit auch über die späteren Chancen auf dem Arbeitsmarkt entscheidet. Gute und erfolgreiche Bildung darf aber nicht vom Einkommen der Eltern bestimmt sein und sollte daher jedem einzelnen von uns in gleich hohem Maße zugänglich sein. Deshalb wurde zum Beispiel die „Böckler-Aktion Bildung“ ins Leben gerufen, welche Jugendlichen aus sozial schwächeren Familien und Familien mit Migrationshintergrund im Studium fördert.

Ab welchem Schuljahr/Semester kann man sich bewerben?

Ein dreiviertel bis halbes Jahr vor Beginn des Studiums kann man sich bei der Hans-Böckler-Stiftung bewerben. Auch noch bis zum 4. Semester im Bachelor ist eine Bewerbung um ein Stipendium möglich. Jedoch muss man dafür von der Stipendiaten-Gruppe, einem Vertrauensdozenten oder einer Gewerkschaft vorgeschlagen werden. Wenn man also schon studiert, Interesse hat und denkt, man sei geeignet für ein solches Stipendium, sollte man sich an die Stipendiaten-Gruppe, den Vertrauensdozenten oder die Gewerkschaft wenden und ermitteln lassen, ob die Chance vorgeschlagen zu werden besteht.

Bei berufstätigen Nicht-Abiturienten ist ebenfalls die Möglichkeit über den zweiten Bildungsweg ein Stipendium zu erhalten, vorhanden.

Wie verlief Dein Auswahlverfahren bei der Hans-Böckler-Stiftung?
(Dauer/Ablauf/Auswahlgespräche/Probleme)

Wie bereits oben erwähnt habe ich mich über die „Böckler-Aktion-Bildung“ beworben. Die Bewerbung verfasste ich zum Ende der Abiturzeit hin. Beim Formulieren dazu nahm ich mir genügend Zeit. Ein Formular stand online zur Verfügung, auf welchem die HBS verschiedene Fragen vorformuliert hatte, die ich unter anderem beantwortete. Nachdem ich alle notwendigen Unterlagen eingereicht hatte, erhielt ich eine Einladung zu einem Gutachtengespräch mit zwei Stipendiaten der Stiftung. Natürlich hatte ich keine Ahnung was mich jetzt erwarten sollte. Anders als angenommen traf ich auf zwei sehr freundliche junge Menschen. Das Gespräch verlief locker und ich habe schnell meine Angst vor diesem Bewerbungsgespräch verloren.

Die Studenten fertigten ein Gutachten über mich an und schickten mir dieses nochmals per E-Mail zu, damit ich schauen konnte, ob noch etwas fehlte und die Angaben zu meiner Biographie vollständig waren, bevor es dann mit deren persönlicher Schlussbewertung zur Hans-Böckler-Stiftung verschickt wurde.

Das zweite Bewerbungsgespräch fand nur kurze Zeit nach dem ersten statt. Dieses wurde von einem Vertrauensdozenten der Stiftung geführt. Dieser fertigte ebenfalls ein Gutachten über mich an, welches völlig unabhängig von dem vorherigen verfasst wurde und auch an die Hans-Böckler-Stiftung ging.

Aufgrund der beiden Gutachten, erhielt ich dann eine Einladung zum dritten und letzten Auswahlgespräch, welches vor einer Kommission stattfand und bei der Vertreter der HBS saßen. An dem Tag war ich noch viel aufgeregter als bei den anderen beiden Bewerbungsgesprächen. Neben persönlichen Fragen wurden ebenfalls Fragen zur Stiftung mit leichten Bezügen zur Politik gestellt. Nach diesem Bewerbungsgespräch konnte ich jedoch nicht einschätzen, ob die Hans-Böckler-Stiftung sich für mich entscheiden würde. Wie oben bereits erwähnt, waren so viele junge Menschen vor Ort, die alle für sich tolle Persönlichkeiten darstellten und denen ich es ebenfalls gegönnt hätte, ein Stipendium zu erhalten. Einige Tage später erhielt ich von der Stiftung bereits eine Zusage. Natürlich habe ich mich tierisch gefreut und war sehr erleichtert.

Wie sieht Deiner Meinung nach eine erfolgreiche Bewerbung aus?

Ein ganz großer Tipp von mir ist es dir wirklich genügend Zeit beim Verfassen deiner Bewerbung zu nehmen. Viele erkennen einfach nicht, was sie gesellschaftlich oder gesellschaftspolitisch alles so leisten oder schon geleistet haben. Dies merke ich beispielsweise auch bei den Gutachtengesprächen mit Bewerberinnen und Bewerbern. Jedoch kann ich dies ganz gut verstehen, wenn man bedenkt, dass man sich vom Herzen gern engagiert und es schon fast ins Selbstverständliche übergeht – für einen persönlich zu mindestens.

Aber genau aus diesem Grund soll man früh genug mit der Bewerbung beginnen. Am besten macht man sich zu jeder Frage, die auf dem Bewerbungsbogen steht zunächst Stichpunkte, damit man sich einen Überblick verschafft und auch einen roten Faden durch seine Bewerbung ziehen kann, bevor man ans Ausformulieren geht.

Bei den Bewerbungsgesprächen rate ich dir einfach so zu sein, wie du auch wirklich bist. Die Persönlichkeit spielt eine große Rolle. Sich zu verstellen macht da nur wenig Sinn.

Was bedeutet es, wenn „gesellschaftliches und politisches Engagement“ verlangt wird? Wie engagierst Du Dich?

Möglichkeiten sich zu engagieren gibt es viele. Der eine engagiert sich beispielsweise lieber in Verbänden, Initiativen oder Jugendorganisationen, der andere in Parteien oder an der Hochschule selbst. Der Akzent liegt eigentlich auf dem Politischen. Dies ist aber nicht unbedingt notwendig, denn es gibt sehr viele gesellschaftlich wichtige Engagements, die aber nicht politisch sind.

Ich persönlich war ausschließlich im sozialen Bereich engagiert bevor ich in die Stiftung aufgenommen wurde. Zum Beispiel engagiere ich mich als Jugendwartin bei der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft, war im Oberstufenverein tätig, gab sozial benachteiligten Kindern Nachhilfe und führte weitere soziale Tätigkeiten aus.

Mit der Aufnahme in die Stiftung, lernte ich dann das gesellschaftspolitische Engagement näher kennen. Ich nehme regelmäßig an den Stip-Gruppentreffen teil, absolvierte ein Praktikum bei einer Gewerkschaft um mehr über gesellschaftspolitisches Engagement zu erfahren sowie über die Gewerkschaftsarbeit und fand dadurch Anschluss an die Ver.di-Jugend. Der Sprung hin zu gesellschaftspolitischem Engagement mit Aufnahme in die Hans-Böckler-Stiftung geschah dann schon fast von selbst. Mein Engagement im sozialen Bereich habe ich dadurch aber nicht aufgegeben, denn es macht mir sehr viel Spaß in dem Bereich helfen zu können.

Muss man Mitglied in einer Gewerkschaft sein?

Nein, man muss kein Gewerkschaftsmitglied sein um in die Stiftung aufgenommen zu werden. Eher hat die Erfahrung gezeigt, dass es schlecht bei der Stiftung ankommt, sich nur deshalb bei einer Gewerkschaft einzuschreiben, weil man denkt, man würde dadurch seine Chancen erhöhen in die Stiftung aufgenommen zu werden. Ich war zum Zeitpunkt der Aufnahme selbst auch kein Gewerkschaftsmitglied. Mittlerweile bin ich es, aber der Grund liegt in meiner persönlichen Überzeugung von der Gewerkschaftsarbeit.

Möchtest Du zukünftigen Bewerbern oder generell Oberstufenschülern und Studierenden nicht-akademischer Herkunft noch etwas mit auf den Weg geben?

Was ich dir mit auf dem Weg geben will ist, dass du auf jeden Fall studieren sollst, wenn du es auch wirklich willst. Lass es dir nicht ausreden, denn hinterher wird man es bereuen, wenn man sich von anderen leiten lassen hat. Einen Weg gibt es immer sich seine Träume und Ziele zu verwirklichen. Die Hans-Böckler-Stiftung hilft mir auf dem Weg zu meinen Zielen.

Haben wir noch eine wichtige Frage vergessen?

Das Wichtigste, was du als zukünftiger Bewerber oder zukünftige Bewerberin grob wissen musst, ist bereits oben aufgeführt, denke ich. Wenn du dich genauer informieren möchtest, solltest du auf der Homepage der Hans-Böckler-Stiftung vorbeischauen. Du solltest dich auf jeden Fall bewerben, falls du der Ansicht bist, du erfüllst die Ansprüche der Hans-Böckler-Stiftung.

Trau dich, denn die Chance, ein Stipendium im Leben zu bekommen, ist großartig und wenn du es nicht versuchst, wirst du nie wissen, ob nicht vielleicht du dieses Stipendium genau so verdient hättest wie andere. An dieser Stelle verabschiede ich mich und wünsche allen Bewerbern und Bewerberinnen ganz viel Erfolg.

(Interview: September 2013)